Seenotretter 2025 mehr als 1.700 Mal im Einsatz für Menschen auf Nord- und Ostsee
Rund 3.400 Menschen geholfen – TV-Moderatorin Laura Wontorra neue Botschafterin der DGzRS Die Besatzungen der Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) waren im Jahr 2025 auf Nord- und Ostsee stark gefordert: In insgesamt 1.723 Einsätzen halfen die Seenotretter 3.389 Menschen. 135 Personen wurden direkt aus Seenot gerettet, weitere 327 aus akuten Gefahrensituationen befreit. Damit setzt sich eine Entwicklung fort, bei der die Zahl der Hilfeleistungen steigt, obwohl die Einsatzzahl leicht rückläufig ist.
Seit ihrer Gründung im Jahr 1865 haben die Seenotretter nahezu 87.800 Menschen aus Seenot gerettet oder aus Gefahr befreit – und das bis heute vollständig unabhängig von staatlichen Mitteln, ausschließlich finanziert durch Spenden und freiwillige Beiträge.
Breites Einsatzspektrum auf Nord- und Ostsee
Auch 2025 leisteten die DGzRS-Besatzungen Hilfe für Fischer, Seeleute, Passagiere von Fähr- und Fahrgastschiffen sowie für Wassersportler. Ebenso konnten sich Erholungssuchende entlang der Küsten von Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern auf schnelle Unterstützung verlassen.
Der leichte Rückgang der Einsätze gegenüber dem Vorjahr ist vor allem auf weniger Einsatzanläufe ohne tatsächliches Eingreifen zurückzuführen. Gleichzeitig stieg die Zahl der Menschen, denen geholfen wurde, deutlich an. Neben Rettungen aus Seenot gehörten Krankentransporte, Schlepphilfen, Sicherungsfahrten und präventive Einsätze zum Alltag der rund 60 Seenotrettungskreuzer und -boote.
Große öffentliche Aufmerksamkeit für die Seenotretter
Die Arbeit der Seenotretter erreichte 2025 ein Millionenpublikum: Die ARD-Dokuserie „Die Seenotretter“ gewährte eindrucksvolle Einblicke in Einsätze, Bordalltag und die Arbeit der Deutschen Rettungsleitstelle See in Bremen. Zwei Staffeln mit insgesamt 16 Folgen sind in der ARD-Mediathek abrufbar und trugen wesentlich zur öffentlichen Wahrnehmung der DGzRS bei.
Laura Wontorra neue ehrenamtliche Botschafterin
Neue ehrenamtliche Botschafterin der Seenotretter ist ab 2026 die Fernsehmoderatorin und Sportjournalistin Laura Wontorra. Sie folgt auf den Schriftsteller Klaus-Peter Wolf, der die DGzRS über Jahre hinweg engagiert unterstützt hat.
„Die Seenotretter leisten bei jedem Wetter unglaublich wichtige Arbeit“, sagt Wontorra.
Nach einer Begleitfahrt mit einer DGzRS-Crew vor Sylt sei ihr bewusst geworden, wie groß die Verantwortung auf See ist. Besonders beeindruckt zeigt sie sich von der rein spendenfinanzierten Arbeit der Organisation. Als 27. Botschafterin möchte sie künftig viele Menschen für eine Unterstützung der Seenotretter gewinnen.

TV-Moderatorin Laura Wontorra ist neue ehrenamtliche Botschafterin der Seenotretter auf Nord- und Ostsee, im Bild mit Felix Reder, Vormann der DGzRS-Station List. Foto: Die Seenotretter – DGzRS
Zahlen, die den Einsatz greifbar machen
Im Jahr 2025 absolvierten die Seenotretter durchschnittlich fünf Einsätze pro Tag. Neben 135 Rettungen aus Seenot transportierten sie 237 Mal erkrankte oder verletzte Menschen von Seeschiffen, Inseln oder Halligen an Land. 34 Schiffe und Boote wurden vor dem Totalverlust bewahrt, 920 Hilfeleistungen für Wasserfahrzeuge aller Art erbracht und 532 Such-, Sicherungs- und Einsatzanläufe gefahren. Hinzu kamen 2.789 Kontrollfahrten zur Sicherstellung optimaler Revierkenntnis.
Moderne Flotte für wachsende Anforderungen
Um auch künftig einsatzbereit zu bleiben, treibt die DGzRS die Modernisierung ihrer Flotte konsequent voran. 2025 nahmen zwei neue Seenotrettungsboote der 8,4-Meter-Klasse auf den Stationen Zinnowitz und Zingst ihren Dienst auf. Weitere Neubauten sind in Planung: Ein Prototyp eines rund 12,75 Meter langen Seenotrettungsbootes befindet sich im Bau und soll nach intensiver Erprobung möglicherweise in Serie gehen. Auch die Entwicklung eines neuen Seenotrettungskreuzer-Typs mit Tochterboot steht kurz vor der Umsetzung.
160 Jahre Seenotretter – Symbolkraft des Sammelschiffchens
2025 war zugleich ein Jubiläumsjahr: Die DGzRS feierte ihr 160-jähriges Bestehen, das Sammelschiffchen sein 150-jähriges Jubiläum. Rund 13.000 dieser Spendendosen stehen heute bundesweit für die freiwillige, unabhängige Finanzierung der Seenotretter – inzwischen auch digital unterstützt per NFC oder QR-Code. Einen unmittelbaren Einblick in ihre Arbeit geben die Seenotretter jedes Jahr beim „Tag der Seenotretter“, der traditionell am letzten Sonntag im Juli stattfindet. Der nächste Aktionstag ist für den 26. Juli 2026 geplant.
Quelle: Seenotretter














