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Kleintier vom Dienst: Die bayerische Landeshauptstadt schreibt für den Einsatzbereich bei der Branddirektion, Feuerwache 1 in München Stellen zum „Kleintier im Einsatzdienst“ aus.

Die Stellen unter dem Motto „Ob Brände löschen oder Leben retten: Wir halten zusammen.“ werden als unbefristet ausgeschrieben, gestartet solle, so die Münchner Feuerwehr in heutiger Meldung, baldmöglichst. Die Bewerbungsfrist endet am 30. Mai 2026. Die Besoldung wird mit A17 angegeben, wohl um möglichst große Bewerberzahlen mit besten Kenntnissen anzusprechen.

Die Branddirektion der Landeshauptstadt gehe, so teilt die BF München mit, weiter den Weg der Innovationen. In den vergangenen Wochen und Monaten sei viel von neuen Hilfeleistungslöschfahrzeugen, Kranwagen oder Drohnen zu hören und zu lesen gewesen. Doch nicht immer sei eine technische Lösung die richtige. Für spezielle Einsätze in beengten Verhältnissen werde nun im Rahmen eines Pilotprojekts auf tierische Unterstützung gesetzt.

Kleintier vom Dienst

Feuerwehr München sucht Kleintiere für den Einsatzdienst. Bild: Feuerwehr München

Tiere seit Jahrhunderten im Einsatz bewährt

Der Ansatz, auf die Fähigkeiten von Tieren zu setzen, ist nicht neu – Pferde, Maultiere oder Hunde leisten seit Jahrhunderten wertvolle Dienste. Einzigartig ist aber der Ansatz, den die Feuerwehr München nun geht. Inspiriert von Such- und Minenratten, wie sie bereits in Asien und Afrika zum Einsatz kommen, sucht die Behörde nun Kleintiere in und um München, die sie bei Einsätzen unter schwierigsten, beengten Bedingungen unterstützen. Neben Such- und Erkundungseinsätzen oder auch Probenentnahmen sollen Kleintiere zukünftig auch zur Betreuung von Kolleg*innen in die psychosoziale Betreuung eingebunden werden.

Die Besonderheit dabei: Die Tiere – etwa Hamster, Frettchen oder Mäuse, aber auch Exoten wie Degus – sind vollwertige Teammitglieder mit allen Rechten und Pflichten. Sie gehören aber nicht der Feuerwehr München, sondern verbringen die dienstfreie Zeit bei ihren Familien. Das sogenannte KvD (Kleintier vom Dienst) soll zukünftig im 24-Stunden-Dienst auf einer Feuerwache in Alarmbereitschaft sein. Eine umfangreiche Überprüfung aller Voraussetzungen und der medizinischen Eignung ist daher vorab verpflichtend. Das Tier erhält Verpflegung und Bezahlung inklusive aller Zulagen und hat selbstverständlich auch Anspruch auf eine Stunde Dienstsport täglich, Freizeitausgleich und Urlaub. Aufbauend auf einen intensiven Grundlehrgang an der Feuerwehr- und Rettungsdienstschule München finden täglich Aus- und Fortbildungen auf der Wache statt. Ebenso wird das KvD mit einem Micro-Funkmeldeempfänger ausgestattet sein, um rund um die Uhr alarmierbar zu sein. Im Rahmen der Ausbildung erfolgt die nötige Konditionierung, im Alarmfall selbstständig das Einsatzfahrzeug aufzusuchen und innerhalb 90 Sekunden den Müncher*innen zu Hilfe zu eilen. Die Fahrt zum Einsatzort übernehmen natürlich weiterhin menschliche Kolleg*innen.

Lediglich einen großen Unterschied wird es geben: Eine Verbeamtung oder eine Dienstgradbezeichnung ist nach umfassender Prüfung nicht möglich. Trotz der Bemühungen der Personalabteilung konnte dieser Wunsch nicht umgesetzt werden. Die voraussichtlich kurze Dienstzeit der Tiere würde bei den meisten aufgrund der nötigen Probezeiten nicht zu einer Verbeamtung auf Lebzeit ausreichen und so den Aufwand, die Laufbahnbestimmungen für Beamte anzupassen, nicht rechtfertigen. Als Vorbild für eine mögliche Regelung sollte ursprünglich der Pinguin Sir Nils Olav dienen: Der Königspinguin, der im Edinburgher Zoo in Schottland lebt, bekleidet den Dienstgrad eines Generalmajors in den norwegischen Streitkräften.

Die Tierhalter*innen müssen keine besonderen Anforderungen erfüllen. Sie müssen sich lediglich bereit erklären, das Kleintier zu Dienstbeginn und -ende um 7 Uhr morgens zur Feuerwache zu bringen und dort wieder abzuholen.

Was die Stadt München von den neuen Einsatzkräften erwartet:

Auszug aus der heute veröffentlichten Ausschreibung: „Als Kleintier vom Dienst (KvD) wird Ihr Tier im 24-Stunden-Wachdienst eingesetzt. Das Kleintier wird bei Erkundungen schwer zugänglicher Räumlichkeiten und zum Beispiel auf Trümmerfeldern zum Einsatz kommen. Ausgestattet mit unterschiedlicher Ausrüstung (zum Beispiel Sensoren oder Kameras), kann das KvD zur Bildaufklärung oder Probeentnahme in Bereichen eingesetzt werden, die mit einem menschlichen Körperbau nicht erreichbar sind. Um die nötigen Fähigkeiten und die nötige Fitness zu erlangen und zu erhalten, werden regelmäßige Übungsdienste durchgeführt. In unserem Sportraum stehen dem KvD zudem diverse Trainingsgeräte (Hamsterrad, Treppen, Röhren und Schaukeln) zur Verfügung. Das KvD wird mit einem Funkmeldeempfänger ausgestattet. Die Konditionierung, bei Alarm selbstständig das Einsatzfahrzeug aufzusuchen, erfolgt in der Grundausbildung nach der Pawlow-Methode – in Absprache mit den Halter*innen. In der einsatzfreien Zeit steht das KvD außerdem anderen Kolleg*innen zur psychosozialen Betreuung im Rahmen des SkB-Teams zur Verfügung. Für eine artgerechte Verpflegung (vegetarisch, proteinreich) auf der Wache ist gesorgt.“

Wer kann sich bewerben?

Als mögliche Tierarten werden Hamster, Frettchen, Ratten, Mäuse, Rennmäuse, Chinchillas, Meerschweinchen und Degus angegeben. Weitere Tierarten seien nach Einzelfallprüfung möglich. Auf unsere Frage, ob Zuagroaste möglicherweise benachteiligt werden, wenn deren Namen exotisch klinge, konnte bislang keine Antwort erhalten werden. Die telefonische Kontaktstelle ist ständig belegt, was eine große Nachfrage und breites Interesse bekunden kann.

Denn als Vorteil wird genannt wenn Ortskenntnisse, Teamfähigkeit und / oder Kurzhaarfell vorliegen. Insbesondere ein fülliger Haarschnitt und mögliche Barttracht könne sich wohl als hindernd im Einsatz bei Atemschutzgeräteträgern erweisen.

Zitat: „Die Landeshauptstadt München steht für Gleichstellung, Chancengleichheit und Antidiskriminierung, auch bei der Personalgewinnung. Deshalb erwarten wir von allen sich bewerbenden Personen und ihren Kleintieren Gleichstellungs- und Vielfaltskompetenz.“

Die Ausschreibung kann hier bei der entsprechenden Meldung der Feuerwehr München heruntergeladen werden.

 

 

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