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Der Deutscher Feuerwehrverband zieht eine positive Bilanz seiner Online-Fortbildungsreihe „DFV direkt“

Berlin. In vier Jahren wurden 50 Ausgaben durchgeführt und dabei insgesamt rund 14.000 Ausbildungsstunden für Feuerwehrangehörige im In- und Ausland ermöglicht. Eine erfreuliche Bilanz zum Angebot, dass den Zugriff von Zuhause zu wertvollen Informationen ermöglicht, zog Karl-Heinz Banse, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes in Mitteilung des DFV von 13. April 2026.

„Diese Erfolgsgeschichte begann in der Pandemie. Seitdem kann man sich einmal im Monat bequem von Zuhause oder aus dem Gerätehaus zuschalten und virtuell über wichtige Themen informieren“,
blickte der DFV-Präsident zurück. Er dankte allen an Organisation und Durchführung beteiligten Personen.

Thema: Hygiene im Brandeinsatz

Bei dieser Jubiläumsausgabe nahmen etwa 600 Interessierte an einer Fortbildung zum Thema Hygiene bei Brandeinsätzen teil. Andreas Häcker, Fachgebietsleiter für Gesundheitswesen und Rettungsdienst im Landesfeuerwehrverband Baden-Württemberg, erläuterte insbesondere die Risiken von Krebserkrankungen im Feuerwehrdienst. Neben grundlegenden medizinischen Zusammenhängen legte er großen Wert auf die Sensibilisierung für Gefahren im Einsatz. Anhand von Beispielen – etwa Einsätzen beim Flughafenbrand in Düsseldorf 1996 oder beim Grenfell Tower 2017 – verdeutlichte er die möglichen Langzeitfolgen für Einsatzkräfte.

Darüber hinaus ging Häcker auf Maßnahmen zur Vermeidung von Kontamination sowie auf einfache, praxisnahe Dekontaminationsmethoden ein. So empfahl er unter anderem, bei Aufräumarbeiten nach Bränden neben Atemschutz auch spezielle Körperschutzanzüge zu tragen. Ebenso hob er die gründliche Reinigung der Einsatzkleidung hervor. Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit für zahlreiche Fragen und konnten wertvolle Anregungen für ihren Feuerwehralltag mitnehmen.

1.600 Interessierte zum Thema „Sonderrechte“ bilden Teilnehmerrekord

Bereits am folgenden Tag widmete sich eine Sonderausgabe mit besonders hoher Resonanz dem Thema Einsatzfahrten unter Sonderrechten. Rund 1.600 Personen nahmen daran teil. Referent war Ralf Fischer, Jurist, Feuerwehrmann sowie Vorsitzender des Arbeitskreises Recht des Verbandes der Feuerwehren in Nordrhein-Westfalen und Richter am Amtsgericht. Er beleuchtete die rechtlichen Risiken im Straßenverkehr und warnte vor vereinfachten Bewertungen komplexer Rechtsfragen. Entscheidend sei stets die Prüfung des Einzelfalls.

Im Mittelpunkt stand dabei die Frage nach der zulässigen Nutzung von Sonderrechten im Einsatz. Fischer machte deutlich, dass die Feuerwehr unter bestimmten Voraussetzungen von den Regelungen der Straßenverkehrsordnung § 35 abweichen darf – allerdings nur bei zwingender Notwendigkeit. Wörtlich formulierte er die zentrale Leitfrage:

„Ist mein Verhalten erforderlich, um den Einsatzerfolg zu sichern?“, sei die wichtige Frage in diesem Zusammenhang, so der Dozent.

Zugleich verwies er auf die hohen Anforderungen an die Sorgfaltspflicht und mögliche Konsequenzen bei Verstößen. So erklärte er:

„Wer mit Vorrang- bzw. Sonderrechten unangemessen die Geschwindigkeit überschreitet, wird hiernach bebußt.“

Auch dem Thema Alkohol am Steuer widmete sich Fischer und widersprach entschieden einer Verharmlosung – insbesondere im Kontext von Einsatzfahrten. Anhand eindrücklicher Praxisbeispiele zeigte er die teils gravierenden Folgen für die Betroffenen auf.

„DFV direkt“-Ausgabe erstmals auch online verfügbar

Erstmals wurde eine Ausgabe von „DFV direkt“ aufgezeichnet. Der Vortrag „Mit Sonderrechten zur Einsatzstelle“ steht nun online zur Verfügung. Externer Link: https://www.youtube.com/112Willkommen

Die Fortbildungsreihe wird ganzjährig fortgesetzt und behandelt regelmäßig unterschiedliche Themen aus dem Feuerwehrwesen. Die Veranstaltungen finden monatlich statt, sind kostenfrei und werden jeweils mit einem Teilnahmezertifikat bestätigt.

Die nächsten Veranstaltungen befassen sich mit den folgenden Themen:

  • Mittwoch, 20. Mai 2026: Vorstellung und ergänzende Hintergrundinformationen zur Fachempfehlung „Ausschreibung und Beschaffung von Feuerwehrfahrzeugen“ (Günther Pinkenburg, Rechtsanwalt, und Jörg Fiebach, Leitender Branddirektor)
  • Mittwoch, 10. Juni 2026: „Rückfall-Kommunikation – Eigene Anforderungen erkennen, Lösungen gestalten“ (Christoph Steger, Kreisbrandmeister Fachbereich Katastrophenschutz des Landkreises Schweinfurt)
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