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In keinem anderen Rettungsszenario zählt jede Sekunde so sehr wie bei Einsätzen auf oder über dem Wasser. Bei Nichtschwimmern oder Bewusstlosen beträgt die Überlebenszeit oft nur 60 bis 90 Sekunden – abhängig von Wassertemperatur, Kleidung und Strömung.
Die Faustregel lautet: „Time to flotation is key.“ Je schneller eine Auftriebshilfe beim Verunfallten ist, desto größer die Überlebenschance. Doch klassische Rettungsmittel wie Boote oder Schwimmer stoßen an Grenzen: schwer zugängliche Uferzonen, hohe Strömung, Wind oder Dunkelheit verzögern den Einsatz. Gleichzeitig nehmen Hochwasser, Starkregen und Freizeitaktivitäten auf Gewässern zu – eine Folge des Klimawandels. Feuerwehren und Wasserrettungsorganisationen stehen vor der Herausforderung, auf diese Veränderungen flexibel zu reagieren.

Versuchsflug der DLRG Cuxhaven: Drohne auf Startplattform eines Rhibs (Rigid-Hulled inflatable Boat) während eines Testeinsatzes 2023. Bild: AirInnox
Technologische Entwicklung – Drohnen als fester Bestandteil der Wasserrettung
Drohnen haben sich in der Wasserrettung vom reinen Suchmittel zum integrierten Einsatzsystem entwickelt. Multisensor-Modelle wie die DJI M30T liefern Wärmebild-, Zoom- und Weitwinkeldaten in Echtzeit und ermöglichen Lagebeurteilung auch bei Nacht, Nebel oder Regen. Gleichzeitig erlauben Abwurfmodule das präzise Ausbringen von Bojen, Wurfleinen oder aufblasbaren Rettungshilfen – teils automatisiert über festgelegte Koordinaten.
KI-gestützte Erkennungssysteme helfen dabei, Personen im Wasser zuverlässig von Treibgut oder Bojen zu unterscheiden. Durch Sensorfusion werden Temperatur- und Bewegungsunterschiede sichtbar, die bei der Suche entscheidend sein können. Mit automatisierten Start- und Landeplattformen werden zudem Einsätze möglich, ohne dass vor Ort ein Pilot stehen muss – ein Vorteil für Hafen-, Küsten und Flächenüberwachung. Drohnen unterstützen Einsatzkräfte damit schneller, gezielter und sicherer – und entwickeln sich zunehmend zum Standard in der Wasserrettung.

Abwurf eines Rettungsmittels während einer Wasserrettungsübung in Cuxhaven – die Drohne setzt eine aufblasbare Boje präzise beim Übungsteilnehmer ab. Bild: AirInnox

Der AirDock Pro Dropper für die DJI M30 Serie hat ein Eigengewicht von 420 g, pro Seite können 2 kg für den Abwurf verlastet werden. Bild: AirInnox
Von der Großdrohne zur modularen Lösung
In der März-Ausgabe 2024 des Feuerwehr Fachjournals wurde gezeigt, dass auch große Systeme wie die Yuneec H850 RTK in der Wasserrettung erfolgreich eingesetzt werden können. Diese sechsrotorige Plattform bietet enorme Traglast, ist aber teuer, wartungsintensiv und erfordert flaches Gelände für Start und Landung. Genau hier setzen kompaktere Systeme an: AirInnoX hat mit dem AirDock Pro eine Lösung entwickelt, die es erlaubt, Einsatzdrohnen sicher und effizient von Booten, Uferzonen oder unwegsamem Gelände aus zu starten – und nach der Mission sicher wieder zu landen. Das System wurde in Deutschland entwickelt, patentiert (Gebrauchsmuster) und beim DPMA als Marke eingetragen.
Vom Handstart zum System – flexible Lösungen für Einsatzkräfte auf dem Wasser
Wer schon einmal versucht hat, eine Drohne von einem bewegten Boot aus zu starten oder zu landen, kennt den kritischen Moment: nicht der Flug ist das Problem, sondern das sichere Handling auf engem, schwankendem Raum. Magnetische Störungen, wechselnde Windrichtungen und die permanente Bewegung des Fahrzeugs bringen viele Standardlösungen schnell an ihre Grenzen. Genau dafür wurden neue Plattform- und Einsatzkonzepte entwickelt. Sie schaffen einen stabilisierbaren Start- und Landepunkt, gleichen Wellenbewegungen aus und reduzieren den Risikoanteil für Technik und Personal deutlich. Das spart Zeit, senkt die Belastung für die Crew und macht Drohneneinsätze dort möglich wo sie bisher als „zu unsicher“ galten. Inzwischen existieren modulare Varianten, die sich auf unterschiedliche
Drohnentypen und Systeme anpassen lassen – ohne die vorhandene Ausrüstung ersetzen zu müssen. Hier setzt die Kombination aus AirDock Pro (mobile Start- und Landeplattform) und Dropper Kit (zweistufiges Abwurfsystem) an: Sicherer Betrieb bei Wind und Seegang, präziser Abwurf von Rettungsmitteln oder Markierungsbojen, schnelle Wartung vor Ort und parallele Einsätze entlang von Fluss- und
Küstenabschnitten. Das Konzept wird bereits von Bundeswehr, Landespolizei und DLRG in Training und Erprobung eingesetzt – und zeigt, dass ein durchdachtes System mehr ist als nur Zubehör: Es schafft einen verlässlichen Standard für maritime Drohnenoperationen.

Landung nach einem erfolgreichen Einsatz beim Versuchsfliegen auf Hawaii. Bild: AirInnox
Praxisbewährt – auch unter Extrembedingungen
Bei einem internationalen Test mit Lifeguards auf Oahu (Hawaii) wurde das System erstmals außerhalb Europas erprobt. Während der Übung startete der Versuchsträger unter anderem direkt vom RHIB, identifizierte eine Person im Wasser – und lieferte binnen weniger Minuten eine aufblasbare Boje punktgenau ab.
KI und Software – vom Blick zum Verständnis
Parallel zur Hardware schreitet auch die Softwareentwicklung voran. Mittels PSDK-/SDK-Schnittstellen werden Systeme trainiert, um Personen im Wasser automatisch zu erkennen – unabhängig von Wellen, Schaum oder Reflexionen. Die KI lernt, zwischen Menschen, Bojen und anderen Objekten zu unterscheiden und kann potenzielle Treffer direkt an den Operator oder die Leitstelle melden. In Kombination mit der Sensorfusion – also der Überlagerung von RGB- und Wärmebilddaten – entsteht ein nahezu fehlerfreies Lagebild.
Solche Ansätze stammen nicht aus der Forschungslabor-Theorie, sondern werden inzwischen in Praxisversuchen auch von deutschen Entwicklern erprobt. Damit entsteht eine neue Generation von Systemen, die Rettung nicht nur schneller, sondern auch intelligenter macht.

Bewegungen durch Winde und Seegang werden ausgeglichen. Bild: AirInnox
Checkliste & Training: Vom Risiko zur Routine
Flüge über Wasser sind anspruchsvoll: Magnetische Störungen, Windböen, Eigenfahrt und Funkabschattung fordern präzise Planung. Die AirInnoX-Checkliste „10 Tipps für BOS-Drohneneinsätze über Wasser“ bündelt Praxiserfahrungen – von Startvorbereitung bis Notfallmanagement. Die vollständige Checkliste gibt’s kostenlos zum Download (QR-Code unten oder www.airinnox.de/10-Tips/).

Drohnenbereitstellung auf einem Rhib der Deutschen Marine während des Indo-Pacific Deployments- Startplattform im maritimen Einsatzgebiet. Bild: AirInnox
Wasserrettung der Zukunft – Standardisierung statt Improvisation
Viele Einheiten arbeiten noch improvisiert: Start von der Hand, Akkuwechsel auf dem Boot, ungesicherte Geräte. Dabei ist längst klar: Für die Professionalisierung des Drohneneinsatzes über Wasser braucht es klare Prozesse und standardisierte Werkzeuge.
Neue Plattformsysteme, intelligente Software und praxisnahe Schulungen machen das möglich. Entscheidend ist, dass alle Komponenten – Drohne, Abwurfsystem, Startplattform, KI-Software – als integriertes Gesamtsystem gedacht werden. Nur so lässt sich die Effektivität steigern, ohne die Sicherheit zu gefährden.
AirInnox
10 Tipps für BOS-Drohneneinsätze über Wasser
https://www.airinnox.de/10-Tips/

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