Wieder Brand in Waldmünchener Bäckerei – 1 Mio. Euro Sachschaden
Erneut ist in der Bäckerei Philipps in der Waldmünchener Innenstadt ein großes Feuer ausgebrochen. Die Feuerwehr meldet einen Sachschaden von 1 Mio. Euro. Probleme bereiteten die Temperaturen von -15 Grad Celsius. Das Wasser gefror sofort und verwandelte die Straßen in Eisflächen.
Im bayerischen Waldmünchen kam es in der Nacht zu Hl. Dreikönig zu einem Brand im Bereich der Innenstadt. Das Gebäude der Bäckerei Philipps, wo es bereits im letzten Jahr an Fronleichnahm gebrannt hatte, stand in Flammen, der Flammenschein war für die Einsatzkräfte bereits von weitem sichtbar. Betroffen war das Gebäude, in welchem Backstube und Mehllager untergebracht waren. Dieses Gebäude grenzte an das Wohn- und Verkaufsgebäude an sowie an weitere Gebäude in der Innenstadt. Bei Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stand der Dachstuhl bereits in Vollbrand.

Bei eisigen Temperaturen brannte erneut die Bäckerei Philipps in der Innenstadt von Waldmünchen. Bild: Kreisbrandinspektion Cham
Rund 200 Einsatzkräfte aus 18 Feuerwehren mit 38 Einsatzfahrzeugen im Einsatz
Die Leitstelle Regensburg löste um 03:29 Uhr zunächst einen Alarm nach „B3-Personen in Gefahr aus“. Bereits auf Anfahrt ließen die ersten Führungskräfte eine Alarmstufenerhöhung auf B4 veranlassen, weshalb sodann zahlreiche weitere Feuerwehren und Einsatzkräfte zum Brandort beordert wurden. Die Einsatzleitung oblag dem Waldmünchner Kommandanten Michael Bierl, der von KBR Michael Stahl, KBI Norbert Auerbeck und den KBMs Andreas Bierl und Benjamin Wachter unterstützt wurde. In Endsumme waren rund 200 Einsatzkräfte aus 18 Feuerwehren mit 38 Einsatzfahrzeugen, davon vier Feuerwehren aus dem benachbarten Tschechien, vor Ort. Der Rettungsdienst war mit zirka 35 Einsatzkräften unter Leitung von ELRD Richard Raum an der Einsatzstelle und kümmerte sich zusammen mit dem Kriseninterventionsteam um die Betreuung der Bewohner und die rettungsdienstliche Absicherung der Einsatzkräfte. Auch das Technische Hilfswerk war mit einem Fachberater vor Ort. Die Einsatzleitung wurde durch die UG-ÖEL aus Loibling-Katzbach mit KBM Hans Hochmuth unterstützt.

Die Drohnenaufnahmen unterstützen beim Brand in Waldmünchen. Bild: Kreisbrandinspektion Cham
Drohne der Feuerwehr Roding erleichtert gezieltes Löschen
Das Hauptaugenmerk des großen Brandeinsatzes galt den umliegenden Gebäuden, welche durch den Brand direkt betroffen waren und welche geschützt werden mussten. Sofort wurden erste „Riegelstellungen“ durch die Einsatzkräfte aufgebaut, um vor allem das Wohngebäude zu schützen. Neben der Drehleiter aus Waldmünchen wurden daher noch die Drehleitern aus Furth im Wald und Cham nachalarmiert, welche von oben die Brandbekämpfung übernahmen. Die Bewohner konnten sich größtenteils selbstständig aus dem Gebäude retten, einige wenige wurden durch die Einsatzkräfte ins Freie verbracht. Das Bäckereigebäude selbst konnte nicht mehr gerettet werden, es brannte innen komplett nieder. Im Einsatz waren auch zahlreiche Atemschutzgeräteträger, die zum einen aus den Drehleitern den Brand bekämpften, aber auch im Wohngebäude mit Wärmebildkameras immer wieder kontrollierten. Die FFW Roding stellte ihre Einsatzdrohne zur Verfügung, mit welcher gezielt gelöscht werden konnte. Die Bilddarstellungen waren sehr hilfreich bei den weiteren Löscharbeiten.

Probleme bereiteten vor allem die Temperaturen von -15 Grad Celsius. So gefror das Wasser sofort an der Einsatzstelle und verwandelte die Straßen in Eisflächen. Bild: Kreisbrandinspektion Cham
Eisige Temperatur erschwert die Einsatzbedingungen
Probleme bereitete für die Einsatzkräfte die Versorgung mit ausreichend Löschwasser. Zwar konnten Hydranten im Innenstadtbereich angezapft werden, allerdings gab es dann einen Bruch in einer Hauptleitung, weshalb das Wasser aus anderen Quellen angezapft werden musste. Deshalb wurden insgesamt vier Förderleitungen durch das Stadtgebiet zu einem Bach in rund 500 Metern verlegt. Die vier eingesetzten Feuerwehren aus dem tschechischen Klentsch, Postrekov, Chodov und Domazlice unterstützten bei der Versorgung mit Löschwasser. Probleme bereiteten vor allem die Temperaturen von -15 Grad Celsius. So gefror das Wasser sofort an der Einsatzstelle und verwandelte die Straßen in Eisflächen. Hierbei wurden auch die Schlauchleitungen und weitere Einsatzmittel in Mitleidenschaft gezogen. Der Bauhof der Stadt Waldmünchen unterstützte hier mit Salz.

Bild: Kreisbrandinspektion Cham
Ein Dank geht auch an die Berufsschule Waldmünchen, welche in aller früh ihre Räumlichkeiten für die Einsatzkräfte und die Bewohner zur Verfügung stellte und wo sich alle aufwärmen konnten. Der Rettungsdienst kümmerte sich sodann um die Verpflegung der zahlreichen Einsatzkräfte. Vor Ort waren auch Landrat Franz Löffler und Bürgermeister Markus Ackermann mit seinem Vertreter Martin Frank, die sich erschüttert zeigten von dem Ausmaß der Zerstörung und, dass es die Familie Philipps erneut getroffen hatte. Landrat Löffler dankte den Einsatzkräften für die gezielte und professionelle Arbeit.

Bild: Kreisbrandinspektion Cham
Durch die gute Koordination habe, so der Bericht der Kreisbrandinspektion Cham abschließend, erfolgreich die Rettung der Nachbargebäude erfolgen können. Auch der Einsatz der drei Drehleitern sei sehr zielführung gewesen. Am heutigen Vormittag und Mittag muss das Gebäude noch mehrmals durch die FFW Waldmünchen nachkontrolliert werden.
Die Polizeistation Waldmünchen hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen und beziffert den Schaden vorläufig auf rund 1 Millionen Euro.

Bild: Kreisbrandinspektion Cham

Bild: Kreisbrandinspektion Cham

Bild: Kreisbrandinspektion Cham

Bild: Kreisbrandinspektion Cham














