ZIEGLER erhält Zuschlag für 69 LF 10 aus erster Landesbeschaffung Baden-Württembergs
Im Rahmen der ersten landesweiten Sammelbeschaffung für Feuerwehrfahrzeuge hat das Land Baden-Württemberg den Auftrag zur Lieferung von 69 Löschgruppenfahrzeugen LF 10 an die Albert Ziegler GmbH vergeben. Die Fahrzeuge werden auf MAN-Fahrgestellen aufgebaut und gehen an 57 Städte und Gemeinden sowie eine Werkfeuerwehr im Land. Mit der zentralen Beschaffung beschreitet Baden-Württemberg erstmals einen neuen Weg in der Ausstattung der kommunalen Feuerwehren. Ziel ist es, durch Standardisierung Kosten zu senken, Verwaltungsaufwand zu reduzieren und gleichzeitig eine hohe Einsatzqualität sicherzustellen.
Vielseitiges Einsatzfahrzeug für den Feuerwehralltag
Bei den ausgeschriebenen Fahrzeugen handelt es sich um genormte Löschgruppenfahrzeuge LF 10 nach DIN 14530-5. Das LF 10 zählt zu den vielseitigsten Fahrzeugtypen im Feuerwehrwesen und ist für eine Gruppenbesatzung von neun Einsatzkräften ausgelegt. Es dient vorrangig der Brandbekämpfung sowie der einfachen technischen Hilfeleistung und ist bei zahlreichen Feuerwehren als Standardfahrzeug im täglichen Einsatz etabliert. Der Grundlieferumfang der Fahrzeuge ist landesweit einheitlich definiert. Dadurch wird eine standardisierte und wirtschaftliche Serienfertigung ermöglicht. Gleichzeitig bleibt Raum für kommunale Besonderheiten: Der Geräteraum 2 ist bewusst frei gehalten und kann individuell beladen werden. Optional kann auf der linken Dachseite entweder ein zweiter Dachkasten oder eine Lagerung für eine Schiebleiter realisiert werden.

Bild: Ziegler
Moderne Technik und durchdachtes Bedienkonzept
Die 69 LF 10 basieren auf dem MAN TGM 13.290 4×4 BL mit Euro-6-Abgasnorm und einer Motorleistung von 213 kW (290 PS). ZIEGLER stattet die Fahrzeuge mit dem Aufbau der neuesten ALPAS-Generation sowie dem aktuellen Bedien- und Steuerungskonzept Z-Control aus. Die Z-Cab-Kabine bietet Platz für eine Gruppenbesatzung von 1 + 8 Feuerwehrangehörigen und verfügt über einen dreistufigen Einstieg. Zur Ausstattung zählen unter anderem ein 2.000-Liter-Wassertank mit Trinkwasserschutz, eine leistungsstarke Feuerlöschkreiselpumpe, ein pneumatischer Lichtmast, moderne Warn- und Assistenzsysteme sowie zahlreiche ergonomische und sicherheitsrelevante Details. Der Fahrzeugprototyp soll bereits nach 13 Monaten fertiggestellt werden.
Entlastung der Kommunen durch zentrale Beschaffung
Innenminister und stellvertretender Ministerpräsident Thomas Strobl bewertet das Modell als vollen Erfolg: Durch die zentrale Vergabe wurden bürokratische Hürden abgebaut, kommunale Ressourcen geschont und erhebliche Kostenvorteile erzielt. Statt vieler einzelner Vergabeverfahren übernimmt das Innenministerium die Ausschreibung gebündelt – mit spürbaren Einsparungen für die Kommunen. Neben günstigeren Anschaffungspreisen profitieren die teilnehmenden Städte und Gemeinden von einer erhöhten Landesförderung: Statt bislang 140.000 Euro erhalten sie 182.000 Euro Zuschuss pro Fahrzeug. Bei einer vergleichbaren Einzelbeschaffung wären die Kosten deutlich höher ausgefallen.
Standardisierung als Zukunftsmodell
Möglich wurde die gemeinsame Beschaffung durch eine Anpassung der Verwaltungsvorschrift über Zuwendungen für das Feuerwehrwesen. Während früher individuell konfigurierte Einzelanfertigungen üblich waren, setzt das Land nun auf weitgehend identische Fahrzeuge. Die Standardisierung bringt Synergieeffekte in der Produktion, vereinfacht die Ausbildung der überwiegend ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen und wird von kommunalen Landesverbänden sowie dem Landesfeuerwehrverband ausdrücklich unterstützt. Nach dem erfolgreichen Auftakt ist die Fortsetzung des Modells bereits geplant: Für 2026 ist eine weitere Sammelbeschaffung von Tragkraftspritzenfahrzeugen vorgesehen. Mehr als 30 Kommunen haben ihr Interesse an einer Teilnahme bereits bekundet – insbesondere kleinere Feuerwehren sollen so nachhaltig entlastet werden.
Quelle: Pressemeldung ZIEGLER, Pressemeldung Baden-Württemberg














