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100. Windeneinsatz der DRF Luftrettung in Berlin

In einer Millionenmetropole wie Berlin entscheiden oft Sekunden über Leben und Tod. Doch was passiert, wenn der Notfallort für herkömmliche Rettungsmittel schwer zugänglich ist? Der 100. Windeneinsatz der DRF Luftrettung in der Hauptstadt unterstreicht eindrucksvoll, dass die Rettungswinde längst kein reines Werkzeug für die Alpen mehr ist.

Einsatzbeispiel: Rettung in Rekordzeit

Kürzlich zeigte sich der enorme Vorteil dieser Technik bei einem dramatischen Vorfall: Die Crew von Christoph 100 wurde zu einem bewusstlosen Kleinkind alarmiert. Da eine direkte Landung in dem dicht bebauten Gebiet unmöglich war, reagierte die Besatzung sofort. Nur neun Minuten nach der Alarmierung wurden der Notarzt und ein Notfallsanitäter per Winde auf einer kleinen Grünfläche direkt vor der Haustür abgesetzt.

Dank dieses Zeitvorteils konnte ein akuter Krampfanfall sofort medizinisch behandelt und das Kind stabilisiert in die Charité gebracht werden. Ohne die Winde hätte der weite Weg von einem entfernten Landeplatz wertvolle Minuten gekostet.

Windenrettung

Windenrettung am Hubschrauber. Bild: Simon Berendes, DRF Luftrettung

„Auch wenn viele Menschen die Windenrettung vor allem mit alpinen Einsätzen verbinden, bietet sie gerade in einer Metropole wie Berlin entscheidende Vorteile“, sagt Tim Saueressig, Stationsleiter von Christoph 100. „Immer dann, wenn eine Landung nicht möglich ist oder wertvolle Zeit verloren gehen würde, ermöglicht die Winde eine schnelle medizinische Versorgung direkt am Einsatzort.“

Die Einsatzszenarien sind vielfältig

Neben dicht bebauten Wohngebieten ohne geeignete Landeflächen zählen auch schwer zugängliche Areale wie Waldgebiete, Gewässer oder Baustellen dazu – typische Gegebenheiten im Großraum Berlin. So zeigte bereits der darauffolgende Einsatz die Bandbreite der Einsatzmöglichkeiten: Ein verunglückter Mountainbiker im unwegsamen Gelände am Teufelsberg konnte mit der Rettungswinde schnell erreicht und mittels eines Bergesacks schonend gerettet werden.

Spezialisierte Technik und eingespielte Teams

Für Windenrettungen ist eine speziell geschulte Besatzung erforderlich. Zur Crew bei Windeneinsätzen von Christoph 100 gehören dauerhaft ein Pilot, ein Notarzt, ein Notfallsanitäter sowie ein Co-Pilot, der als HHO-TC (Helicopter Hoist Operation – Technical Crew member) agiert. Zum Einsatz kommen spezielle Rettungsmittel wie Bergesack, Rettungssitz oder Rettungsschlinge, die je nach Lage individuell eingesetzt werden.

Erfahrung und Ausbau der Windenrettung

Die DRF Luftrettung verfügt über langjährige Erfahrung sowie eine hohe Kompetenz in diesem Bereich: Seit mehr als 25 Jahren werden Hubschrauber mit Rettungswinde eingesetzt. Aktuell sind entsprechende Maschinen in Nürnberg, Bautzen, Freiburg, Dortmund und Berlin stationiert.

Mit Christoph 100 betreibt die DRF Luftrettung seit dem 2. Januar 2025 das erste zivile Luftrettungsmittel mit Rettungswinde in Berlin. Bereits im ersten Betriebsjahr zählt die Station zu den einsatzstärksten im Bereich der Windenrettung innerhalb der Organisation.
Luftrettung in der Hauptstadt aus einer Hand

Mit der Windenausstattung am leistungsstarken Rettungshubschrauber vom Typ H145 mit Fünfblattrotor ergänzt Christoph 100 das umfassende Leistungsspektrum der DRF Luftrettung in Berlin. An der Station in Berlin-Buch wird von 6:00 bis 22:00 Uhr geflogen, während Christoph Berlin in Berlin-Marzahn im 24-Stunden-Betrieb im Einsatz ist.

Seit der Übernahme von Christoph 31 zum 1. Januar 2026 betreibt die DRF Luftrettung inzwischen alle drei Luftrettungsstationen in Berlin. Damit steht Patientinnen und Patienten in der gesamten Region ein eng verzahntes System aus moderner Technik, hochqualifiziertem Personal und einheitlichen Qualitätsstandards zur Verfügung.

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