MAN zeigt auf der INTERSCHUTZ 2026 innvative Lösungen für Feuerwehren und Rettung
Auf der diesjährigen Interschutz präsentiert sich MAN Truck & Bus als vielseitiger Partner für Einsatzkräfte und stellt ein breites Portfolio moderner Fahrzeuglösungen vor. Das absolute Highlight des Messeauftritts ist eine echte Weltpremiere: Mit dem vollelektrischen MAN eTGS bringt der Hersteller den ersten komplett batterieelektrischen Lkw speziell für die Anforderungen der Feuerwehr auf den Markt.
Neben zukunftsweisendem Elektro-Antrieb überzeugt MAN auch im klassischen Segment. So zeigt das Unternehmen den MAN TGM in zwei Ausführungen: zum einen als normgerechtes Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF20), zum anderen als robuste Allrad-Lösung für den Einsatz in schwierigem Gelände. Für maximale Flexibilität und eine schnelle Verfügbarkeit sorgt zudem das neue Angebot an schlüsselfertigen Wechselladern von MAN direkt ab Werk.
Abgerundet wird das Portfolio durch den MAN TGE Van, der sich als äußerst flexible Basis für den Ausbau zu modernen Rettungswagen präsentiert. Interessierte Besucher und Fachkräfte können alle Fahrzeugneuheiten live auf der Messe in Halle 27 am Stand K17 begutachten.

Der batterieelektrisch angetriebene MAN eTGS 28.449 6×2-4 BL CH EB für den Einsatz bei der Feuerwehr. Bild: MAN Truck & Bus
Weltpremiere des batterieelektrisch angetriebenen MAN eTGS 28.449 6×2-4 BL CH EB für den Einsatz bei der Feuerwehr
Der dreiachsige 28-Tonner ist als flexibel einsetzbarer Wechsellader (WLF) konzipiert. Das Abrollkippersystem kommt vom Fachspezialisten Meiller aus München. Den Antrieb dafür übernimmt der, optional für den eTGS verfügbare, elektromechanische Nebenabtrieb (emPTO, electromechanical Power Take-Off). Dieser bietet bis zu 90 kW Spitzenleistung und 620 Nm Drehmoment.
Die zentral im Rahmen positionierte CCD Antriebseinheit des eTGS leistet umgerechnet 449 PS (330 kW) und sein maximales Drehmoment von 1.150 Nm steht von 0 bis 2.740 U/min zur Verfügung. Die Kraftübertragung erfolgt über das integrierte automatisierte MAN TipMatic 4-Gang-Getriebe auf eine vom Diesel bewährte Antriebsachse. Das speziell auf Einsatzfahrten ausgelegte Fahrprogramm Emergency bietet kürzeste Schaltzeiten bei minimiertem Zugkraftverlust und eine auf optimale Beschleunigung ausgelegte Rückschaltlogik. Das Fahrgestell mit einem Radstand von 4.850 mm verfügt in der gezeigten Konfiguration über fünf NMC-Hochvoltbatterien mit einer nutzbaren Gesamtkapazität von 400 kWh. Das 2.240 mm breite und 2.280 mm lange Fahrerhaus bietet einer dreiköpfigen Besatzung komfortablen Platz mit drei luftgefederten Komfortsitzen mit integrierten höhenverstellbaren Dreipunktgurten für sichere Einsatzfahrten. Dazu trägt auch das optionale digitale Spiegelersatzsystem MAN OptiView bei, das tote Winkel weitgehend eliminiert. Die DIN-gerechte feuerwehrtechnische Ausstattung des Fahrzeugs realisiert das MAN Modification Center in Wittlich.
„Mit dem vollelektrischen MAN eTGS zeigen wir, dass Elektromobilität auch im Feuerwehreinsatz eine sinnvolle, lokal emissionsfreie und von fossilen Energieträgern unabhängige Alternative zum herkömmlichen Verbrennerantrieb darstellt. Dabei steht er hinsichtlich Aufbaubarkeit und Einsatzverlässlichkeit vergleichbaren Diesel-Fahrzeugen in nichts nach. Dennoch bleibt der konventionelle Antrieb eine feste Größe in unserem Fahrzeugprotfolio für Einsatzfahrzeuge. Diese umfassende Expertise von MAN zeigen wir in Hannover. Entsprechend stark ist MAN auch mit seinen hocheffizienten und emissionsarmen herkömmlichen Antriebsvarianten auf der Interschutz vertreten.“
Christian Höhns, Leiter Kommunalfahrzeuge MAN Truck & Bus Deutschland.
MAN TGM als HLF 20 nach DIN-Norm
Weiterhin präsentiert MAN in Kooperation mit Rosenbauer den MAN TGM 16.320 4×4 BL CH als ein nach DIN genormtes Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF 20). Das Fahrgestell des 16-Tonners trägt den Aufbautyp AT mit Mannschaftsraum. Der MAN D0836 6,9-Liter-Reihensechszylinder Dieselmotor im TGM verleiht ihm umgerechnet 320 PS (235 kW) Leistung und ein maximales Drehmoment von 1.250 Nm bei 1.200 bis 1.700 U/min.
In der zweiachsigen Allradvariante mit einem Radstand von 4.250 mm stellt der TGM eine äußerst robuste und wendige Basis für ein HLF 20 dar. Seine kompakte Kabine in der Größe CC mit 2.240 mm Breite und 1.620 mm Länge ist durch einen Rückwandausschnitt, welcher nach OEM Qualitäts-Standard seitens der verlängerten Werkbank von MAN Individual umgebaut wird, direkt mit dem Mannschaftsabteil von Rosenbauer verbunden. Das Fahrerhaus ist inkl. der Mannschaftskabine, welche von Rosenbauer angedockt wird, nach der Sicherheitsnorm ECE R29-3 zertifiziert und erfüllt somit die strengste Crashtest-Anforderungen für den Insassenschutz. Das HLF kann insgesamt neun Besatzungsmitglieder zum Einsatzort bringen.
Bei Einsatzfahrten unterstützt das MAN PowerMatic 08.13 OD Wandler-Automatikgetriebe mit Emergency Fahrprogramm den Maschinisten am Steuer, indem es den richtigen Anfahrgang passend zu Beladung und Steigung wählt. Gangwechsel ohne Zugkraftunterbrechung ermöglichen eine zügige Beschleunigung. Am Ort des Geschehens ist feinfühliges und präzises Rangieren kein Problem. Die Richtungswechselautomatik erleichtert dabei den Wechsel zwischen Vorwärts- und Rückwärtsfahrt. Das elektronische Verteilergetriebe- und Sperren-Management (VSM) sorgt in allen Situationen für maximale Traktion und Fahrstabilität.
Ein LED- Beleuchtungspaket rundet die Funktionalität des TGM ab. Er erfüllt ebenso die DIN-Vorgaben zu Steigfähigkeit und Geländegängigkeit sowie zu Farbgebung und Kennzeichnung. Die Feuerwehrpumpe wird durch einen Nebenabtrieb von MAN angetrieben, der speziell für den Einsatz von Feuerwehrfahrzeugen konstruiert und entwickelt wurde. Der spezielle Nebenabtrieb erfüllt die Feuerwehrnorm hinsichtlich Belastungs- und Dauerlauffähigkeit und bietet darüber hinaus Kraftreserven für den schweren Einsatz als Löschfahrzeug.
MAN TGM als Allrad-Lösung für Einsätze in schwierigem Gelände
Als drittes Beispiel für Feuerwehranwendungen zeigt MAN einen TGM 18.320 4×4 BB CH. Das Allrad-Fahrgestell stellt die voll geländegängige Basis nach DIN-Norm der Kategorie 3 für ein Tanklöschfahrzeug zur Vegetations- und Waldbrandbekämpfung (TLF-V) dar. Dass MAN diese höchste Kategorie im Feuerwehrbereich abdecken kann, ist eine Weltneuheit und erfüllt damit die höchste Anforderung an die Geländefähigkeit eines Fahrzeugs überhaupt. Es eignet sich somit ideal für ein Tanklöschfahrzeug zur Vegetations- und Waldbrandbekämpfung (TLF-V).
In dem 18-Tonner arbeitet ein MAN D0836 6,9-Liter-Reihensechszylinder Dieselmotor, der für umgerechnet 320 PS (235 kW) Leistung und ein maximales Drehmoment von 1.250 Nm bei 1.200 bis 1.700 U/min sorgt. Der robuste Zweiachser verfügt über einen äußerst kompakten Radstand von 3.900 mm und wurde von MAN mit dem DN-Fahrerhaus konfiguriert. Die geräumige Doppelkabine mit 2.240 mm Breite, 2.790 mm Länge und 1.385 mm Innenhöhe über dem Mitteltunnel bietet Platz für bis zu sechs Einsatzkräfte. Ein optimierter Einstieg erleichtert das Aufsitzen im Mannschaftsbereich. Zwischen Fahrer- und Beifahrersitz befindet sich eine Drehdachluke inklusive höhenverstellbarer Auftrittsfläche für das sogenannte „Pump-and-Roll“-Löschverfahren während der Fahrt.
Für den Einsatz in anspruchsvollem Gelände und die spezielle Aufgabe der Vegetationsbrandbekämpfung ist der TGM mit weiteren technischen Features ausgestattet: Eine zentrale Reifendruckregelanlage ermöglicht per Knopfdruck die Anpassung des Reifendrucks an das befahrene Gelände. Das Reifendruckkontrollsystem überwacht die Reifen, die mit Notlaufeigenschaften für mehr Sicherheit sorgen. Außerdem ist das Fahrgestell mit einer Schutzeinrichtung versehen, die Luft-, Elektro-, AdBlue- und Kraftstoffleitungen bis zu zehn Minuten gegen Hitze bis zu 130 Grad Celsius abschirmt. Eine mechanische Abdeckung schützt zusätzlich das Verteilergetriebe. Die Abgasanlage ist hinten links am Fahrerhaus hochgezogen, sodass heiße Abgase kein weiteres Brandrisiko darstellen.
MAN TGE Van als flexible Basis für Rettungswagen
MAN Truck & Bus präsentiert zudem mit dem Transporter TGE ein vielseitiges Basisfahrzeug für Rettungswagen und zeigt auf der Messe zwei Varianten:
Ein MAN TGE 6.190 4×2 SB kombiniert Fahrgestell und modularen, wiederverwendbaren RTW-Wechselkoffer von Ambulanz Mobile. Mit 3.640 mm Radstand, 5.986 mm Länge und aufgelasteten 5,5 t Gesamtgewicht bietet er einen 2,0-Liter-Turbodiesel (190 PS, 450 Nm), ergänzt durch ein Performance-Kit (+27 PS, +40 Nm). Eine Motor-Weiterlauf-Schaltung sichert die Stromversorgung bei verriegeltem Fahrzeug. Umfangreiche Ausstattung umfasst u. a. 8-Gang-Automatik, Climatronic, Navigationssystem mit 10,4″-Display sowie umfassende Licht- und Assistenzsysteme. Der leichte, stabile TIGIS N20-Koffer mit 360°-Blaulichtanlage und Unterflur-Seitenlift ermöglicht ergonomisches Arbeiten.
Die zweite Variante, ein MAN TGE 5.160 4×4 SB mit WAS 500-Koffer der Wietmarscher Ambulanz und Sonderfahrzeuge GmbH, verfügt über 163 PS und 410 Nm sowie permanenten Allradantrieb von Zulieferer Oberaigner Powertrain GmbH für optimale Traktion im Einsatz. Bei gleicher Radstandslänge bietet der Koffer u. a. Außenstaufächer für umfangreiche Ausrüstung. Der Innenraum ist voll nutzbar gestaltet, ein Touchdisplay im Patientenraum steuert die Funktionen.
Schlüsselfertige Wechselladerfahrzeuge von MAN
MAN informiert auf der INTERSCHUTZ außerdem über sein neuestes Angebot an schlüsselfertigen Wechselladern speziell entwickelt für den Einsatz bei Feuerwehr. Die vorkonfigurierten WLF-Komplettfahrzeuge sind ab Werk mit einem hydraulischen Abrollkipper der Firma PALFINGER GmbH ausgestattet. Sie sind als Dreiachser mit lenk- und liftbarer Nachlaufachse und wahlweise mit den Fahrerhäusern NN oder TN verfügbar. Sie entsprechen den relevanten DIN-Normen und überzeugen durch kurze Lieferzeiten und dem originalen Qualitätsanspruch von MAN Truck & Bus.
Pressemeldung MAN Truck & Bus, 22. Mai 2026















