Unimog mit Ladekran für alle THW-Fachgruppen Logistik mit spezieller Ausrüstung für besondere Einsatzlagen
Für 66 geländegängige Einsatzfahrzeuge für das Technische Hilfswerk (THW) startete jetzt in Wörth am Rhein die Serienauslieferung an die Ortsverbände. Mitte Mai wurden die ersten speziell für besondere Einsatzlagen wie Hochwasser und Logistikaufgaben in schwierigem Gelände ausgerüsteten LKW an Fachzüge Logistik in ganz Deutschland übergeben. Im Vergleich zum Serienfahrzeug U 5025 wurde ein um 21 PS stärkerer Motor verbaut.
„Dank der explizit auf die vielfältigen Aufgabenbereiche des THW zugeschnittenen geländegängigen Einsatzfahrzeuge sind unsere Ehrenamtlichen jetzt noch besser für ihre herausfordernden Tätigkeiten im Zivilschutz vorbereitet. Mit den neuen Fahrzeugen mit Allradantrieb und Ladekran werden unsere Logistik-Einheiten schneller und flexibler“, betont THW-Präsidentin Sabine Lackner.

Von links nach rechts: Daniel Zittel, Chief Sales Officer Mercedes-Benz Special Trucks; Marcel Baerwindt, Referatsleiter Einsatz im Landesverband Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland, THW; Biance Lobe, Referentin im Referat Technik, THW; Ingo Bertsche, Geschäftsführer F&B Nutzfahrzeugtechnik. Bild: THW / Kai-Uwe Wärner
Unimog U 5025 Basis für neue Einsatzfahrzeuge
Alle 66 Fachgruppen Logistik Materialwirtschaft des THW dürfen sich über neue, geländegängige Einsatzfahrzeuge auf Basis des Unimog U 5025 freuen – jeweils ein Fahrzeug pro THW-Regionalstelle. Fünf Fahrzeuge mit Allradantrieb wurden Mitte Mai übergeben. Die restlichen Fahrzeuge folgen im Laufe des Jahres 2026. Nicht nur beim Einsatz nach Sturmtief Bernd im Jahr 2021 mit Starkregen und Hochwasser hat sich gezeigt, wie hilfreich geländegängige LKW für die THW-Ehrenamtlichen in solchen Lagen sind. Um zu den unzähligen Einsatzstellen zu gelangen, mussten die Einsatzkräfte beispielsweise überflutete oder mit Treibgut und Schutt versperrte Wege nutzen.

Das THW erhält die ersten von 66 neuen UNIMOG U 5025. Bild: THW / Kai-Uwe Wärner
Einheitliches Fahrzeugkonzept für vielfältige Einsatzlagen
Die Fahrzeuge sind als einheitliche Plattform konzipiert und verfügen – je nach Einsatzszenario – über eine standardisierte Ausstattung. Dazu gehören unter anderem Blaulichtanlagen an Front und Heck, Funktechnik im Fahrerhaus, eine Rückfahrkamera, ein umfangreiches Stauraumkonzept, sowie weitere einsatzrelevante Komponenten wie Feuerlöscher und Schutzgitter für Beleuchtungseinrichtungen. Zwischen Fahrerhaus und der verwindungsfreien Pritsche befindet sich ein Ladekran. Ein Zivilschutzzeichen auf den Türen kennzeichnet die THW-blauen Fahrzeuge als Einsatzmittel des Bevölkerungsschutzes.
Erfahrungen aus den Starkregeneinsätzen im Jahr 2021
Die Erfahrungen aus dem THW-Einsatz nach dem verheerenden Starkregen im Sommer 2021 sind daher in die Beschaffung und Ausstattung der neuen Einsatzfahrzeuge eingeflossen. Die LKW sind speziell für Aufgaben in schwierigem Gelände konzipiert und an die Anforderungen verschiedener Einsatzszenarien, zum Beispiel bei Hochwasser und Evakuierungen, angepasst. Sie werden im THW zum Transport in unwegsamem Gelände eingesetzt. Mit der 3,2 Meter langen Ladefläche und einem Ladekran für den Stückgutumschlag sind sie vielseitig einsetzbar. Die Ladefläche ist durch hohe Bordwände und Hilfen, um auf sie zu steigen, auch für die Menschenrettung bei Evakuierungen geeignet.

Unimog für THW bei F&B Nutzfahrzeugtechnik. Bild: F&B Nutzfahrzeugtechnik. Bild: THW / Kai-Uwe Wärner
Geländegängigkeit im Fokus
Der Unimog U 5025 wurde gezielt für anspruchsvolle Einsatzbedingungen ausgelegt. Mit einer Watfähigkeit von bis zu 1.200 Millimetern, einer Achsverschränkung von bis zu 500 Millimetern und einer Bodenfreiheit von 480 Millimetern unter dem Achsdifferential dank der Portalachsen kann das Fahrzeug auch in unwegsamem Gelände eingesetzt werden. Diese Eigenschaften ermöglichen das Befahren von überschwemmten Gebieten und Forst- und Waldgebieten. Insbesondere das Zusammenspiel aus hoher Verschränkungsfähigkeit und großer Bodenfreiheit sorgt dafür, dass auch bei unerwarteten Hindernissen die Einsatzfähigkeit in der Regel gewährleistet werden kann. Für die notwendige Leistung sorgt ein 4-Zylinder-Motor vom Typ OM 934 mit 252 PS und einem Drehmoment von 1.000 Nm. Gegenüber dem bisherigen Standardmodell steht damit eine um 21 PS höhere Motorleistung zur Verfügung.
Robuste Technik für den Einsatz unter Extrembedingungen
Das Fahrzeug verfügt über ein verwindungsfähiges Rahmenkonzept mit Portalachsen und gekapselt verlaufenden Antriebswellen, welches für den Einsatz unter Extrembedingungen oder im Wasser ausgelegt ist. Durch diese besonders robuste Konstruktion in Verbindung mit einer Motorschutzplatte kann der Unimog seinen Einsatz in der Regel auch beim Aufsetzen im Gelände oder Grundberührung fortsetzen.
Neben der ausgeprägten Geländegängigkeit wurde auch die Einsetzbarkeit im urbanen Raum berücksichtigt. Mit einer Gesamthöhe von unter 3.400 Millimetern kann das Fahrzeug auch auch bei städtischen Einsätzen genutzt werden.

Unimog für THW bei F&B Nutzfahrzeugtechnik. Bild: F&B Nutzfahrzeugtechnik
Flexibler Aufbau mit Kran und Wechselmodulen
Der Aufbau kombiniert eine fest installierte Pritsche mit einem integrierten Ladekran. Die Pritsche verfügt über integrierte Twistlocks zur Aufnahme standardisierter 10-Fuß-Wechselbehälter, während abnehmbare Bordwände eine Nutzung als Flatbed-Pritsche ermöglichen. Zwei Aufstiegsleitern erleichtern den Zugang und erlauben im Bedarfsfall auch die Nutzung zur Menschen- und Tierrettung. Der Kran, ein Modell des Herstellers HMF, wird durch den Umbaupartner F&B montiert und über eine vierfache Abstützung stabilisiert. Insgesamt ermöglicht die Ladefläche den flexiblen Transport unterschiedlicher Module wie Stromerzeuger, Pumpen oder weiterer Einsatztechnik und lässt sich damit an verschiedene Einsatzanforderungen anpassen.
„Wir freuen uns sehr, dass die 66 Unimogs in den nächsten Monaten sukzessive an unsere THW-Ortsverbände ausgeliefert werden. Mit der Erweiterung unseres Fuhrparks wird der Bevölkerungsschutz weiter gestärkt und die Ehrenamtlichen erhalten optimale Bedingungen für ihre Einsätze“, erklärt Sabine Lackner.
Die ersten fünf LKW nahmen THW-Einsatzkräfte am 19. Mai aus dem Landesverband Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, dem Landesverband Bremen, Niedersachsen und dem Landesverband Baden-Württemberg beim Fahrzeughersteller Daimler Truck in Wörth am Rhein entgegen. Der Aufbau der Fahrzeuge erfolgt durch die Firma F&B Nutzfahrzeug-Technik GmbH im benachbarten pfälzischen Hagenbach.
Ergänzung des THW-Fuhrparks durch zehn Sattelzugmaschinen
Neben den 66 Unimogs ergänzen auch zehn Sattelzugmaschinen den Fuhrpark des THW. Sie werden im Laufe des Jahres zusammen mit Aufliegern mit Plane und Spriegel sowie Aufliegern für den Container-Transport ausgeliefert und werden für den Transport von Material, beispielsweise Sandsäcke, Großzelte und Baumaterialien eingesetzt. Die Fahrzeuge sind für die Trupps Transport Schwer vorgesehen und auch für den Transport von Gefahrgut geeignet.
Quellen: THW, Daimler Truck
















