Mit der Regionalbereichsübung „MINERVA26“ hat das Technische Hilfswerk (THW) von 18. bis 20. September 2026 auf dem Truppenübungsplatz Hammelburg den Einsatz im Bereich Zivilschutz trainiert.
Karlstadt, Bayern (ots) Hierfür kamen im Übungsdorf Bonnland rund 170 Einsatzkräfte aus acht Ortsverbänden des THW Regionalbereich Karlstadt zusammen. Beteiligt waren die Ortsverbände Alzenau, Karlstadt, Kitzingen, Lohr, Marktheidenfeld, Miltenberg, Ochsenfurt und Würzburg. Die Anreise erfolgte im Laufe des Freitags. Die Einsatzkräfte bezogen ihr Feldlager und wurden noch am Abend in die Übung eingewiesen. Verstärkt wurden sie durch die Fachgruppe Ortung des Ortsverbands Sulzbach-Rosenberg mit drei Rettungshunden. Auch das Bayerische Rote Kreuz aus Karlstadt sowie die Bundeswehr waren an der Übung beteiligt.

THW Einsatzkräfte retten verschüttete Personen aus einem teileingestürzten Gebäude nach einem Luftangriff mithilfe eines Leiterhebels. Foto: Stefan Wolf
Zivilschutz im Mittelpunkt
Im Mittelpunkt der Übung stand der Zivilschutz und somit der Schutz der Bevölkerung vor kriegsbedingten Gefahren. Es wurde ein fiktives Krisenszenario angenommen, bei dem es zu einzelnen Luftangriffen und Sabotageakten insbesondere auf kritische Infrastrukturen kam. Mehrere Drohnenangriffe auf das Übungsdorf haben teilweise schwere Schäden an Gebäuden verursacht. An sechs Stationen mussten die Einsatzkräfte im Laufe des Samstags innerhalb einer vorgegebenen Zeit realitätsnah nachgestellte Schadenslagen bewältigen.

THW Einsatzkräfte suchten vermisste Personen unter Trümmern in teileingestürzten Gebäuden. Foto: Sebastian Brendel
Szenarien gebildet aus möglichen Kriegseinwirkungen
Die Szenarien bildeten dabei unterschiedliche Einsatzlagen ab, wie sie infolge von Kriegseinwirkungen erstehen können. Mehrfach haben die Einsatzkräfte teilweise eingestürzte oder einsturzgefährdete Gebäude vorgefunden, diese erkundet und abgesichert. Gleichzeitig standen die Rettung und Versorgung von vermissten und verletzten Personen im Vordergrund. Diese mussten unter Trümmern oder in beschädigten Gebäuden geortet, gerettet und versorgt werden, was unter anderem mithilfe der Rettungshunde der Fachgruppe Ortung erfolgte.

Personenrettung nach einem fiktiven Drohnenanschlag auf ein Hotel. Foto: Sebastian Brendel
Einsatz-Gerüstsystem technisches Hilfsmittel der Wahl
Neben der Verletztenversorgung waren die Einsatzkräfte damit gefordert, sich unter erschwerten Bedingungen Zugang zu Verletzten zu verschaffen, Gebäudeteile abzusichern und Rettungswege herzustellen. Verschiedene technische Hilfsmittel sowie das Einsatz-Gerüstsystem (EGS) kamen dabei zum Einsatz.
Die Übungsszenarien beschränkten sich dabei nicht nur auf die Abarbeitung einzelner Einsatzaufgaben. Insbesondere an einer Station wurden die Einsatzkräfte stark gefordert und mehrere Schadenslagen mussten gleichzeitig abgearbeitet werden. Ein Drohnenangriff hatte das örtliche Hotel getroffen. Es war unklar, ob das Gebäude einsturzgefährdet ist und wie viele Personen sich noch im Gebäude befanden. Gleichzeitig ereignete sich ein Verkehrsunfall mit einem Lkw und mehreren Verletzten. Die Helferinnen und Helfer mussten zunächst das betroffene Gebäude sichern, anschließend mithilfe der Rettungshunde der Fachgruppe Ortung die vermissten Personen aufspüren und retten. Parallel dazu wurden die Unfallverletzten versorgt und an den Rettungsdienst übergeben.

THW Einsatzkräfte retten eine verletze Person aus einem teileingestürztem Gebäude. Foto: Sebastian Brendel
Bewusste Beeinträchtigungen der Rettungsarbeiten
Eine besondere Herausforderung für die Einsatzkräfte bestand darin, dass sie bei allen Szenarien wiederholt durch Presse, Schaulustige und Angehörige bei ihrer Arbeit beeinträchtigt und bewusst gestört wurden. Dies ist eine realitätsnahe psychische Zusatzbelastung, wie sie auch im echten Einsatzgeschehen auftreten kann.

THW Einsatzkräfte waren gefordert durch realistische Einspielungen von Angehörigen und Schaulustigen während sie für den Zivilschutzfall trainierten. Foto: Sebastian Brendel
Einblick in Munitionsbeschaffenheiten
Ergänzt wurde die Zivilschutzübung durch einen Einblick in die verschiedenen Munitionsarten der Bundeswehr, deren Wirkung und mögliche Schutzmaßnahmen dagegen. Im Fokus stand hier, dass Bewusstsein dafür geschaffen wird, potenzielle Gefahrenstellen frühzeitig zu erkennen, richtig einschätzen zu können und erforderliche Schutzmaßnahmen der Dringlichkeit nach einzuleiten.

Die Rettung von Personen durch Deckendurchbrüche mit Hilfe des Einsatz-Gerüst-Systems wird durch THW Einsatzkräfte beübt. Foto: Simon Geis
Nach dem Abbau der Stationen, einer Abschlussbesprechung und dem gemeinsamen Abendessen endete der Übungstag. Am Sonntag wurde das Feldlager abgebaut, bevor die Ortsverbände die Heimreise antraten. In den Ortsverbänden wurde anschließend das Material gesäubert, wieder auf den Fahrzeugen verlastet und die Einsatzbereitschaft wiederhergestellt.

Tierisch unterstützt wurde die Zivilschutzübung durch die biologische Ortung aus dem Ortsverband Sulzbach-Rosenberg. Foto: Sebastian Brendel
Dank an alle Teilnehmenden
Der THW Landesverband Bayern bedankt sich bei allen Teilnehmenden für eine rundum gelungene Übung. Besonderer Dank gilt der Bundeswehr für die Bereitstellung von Feldlager und Truppenübungsplatz sowie für die spannenden Einblicke in das Thema Munition und deren Wirkung. Der ausrichtende Landesverband freut sich auf eine erneute Zusammenarbeit.

Einsatzkräfte des THWs versorgen eine verletzte Person im Rahmen einer Großübung. Foto: Matthias Hiller
Ein Beitrag von Anna Friedrich-Büttner und Carina Weißenseel vom THW Landesverband Bayern.













