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Brand und Blackout im laufenden Klinikbetrieb: Einsatzkräfte, Klinik und Wissenschaft üben in Bad Schwartau gemeinsam – unter dänischer Beobachtung

Lübeck / Bad Schwartau | Ein Brand im Therapie- und Anwendungszentrum, dazu ein Ausfall von Strom und IT im laufenden Klinikbetrieb. Diese Lage haben Einsatzkräfte, Klinikbeschäftigte und Wissenschaft am 26. September 2026 gemeinsam an der Asklepios Klinik Bad Schwartau geübt. Die interprofessionelle Vollübung verbindet einen Massenanfall von Verletzten (MANV) mit der Krankenhaus-Einsatzplanung (KEP) und findet im Rahmen des deutsch-dänischen EU-Interreg-6A-Projektes FLASHLIGHT statt.

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Angriffstrupp der Feuerwehr beim Erkunden des verrauchten Therapiezentrums Bild: © Flashlight / studio85 / Universität zu Lübeck

Beteiligt waren die Asklepios Klinik Bad Schwartau, die Freiwilligen Feuerwehren Bad Schwartau und Sereetz, die Rettungsdienst Holstein (rdh.) mit der Einsatzleitung Rettungsdienst, dem Regel-Rettungsdienst, sowie der Transportkomponente, die Polizeidirektion Lübeck mit dem Polizeirevier Bad Schwartau, das PSNV-Team Ostholstein, die Gruppe Realistische Unfall- und Notfalldarstellung (RUnD) des DRK Klein Wesenberg, die dänischen Partner sowie die Technische Hochschule Lübeck und die Universität zu Lübeck.

Insgesamt wirkten gut 350 Personen an der Übung mit

Geübt wurden die Aktivierung des klinikinternen Notfallplans, der Aufbau einer Klinik-Einsatzleitung und deren Anbindung an die Einsatzleitungen von Feuerwehr und Rettungsdienst, die Sichtung nach PRIOR sowie die weiteren Schritte der Klinikeinsatzleitung. Die Besonderheit dieser Übung lag darin, dass die Lage nicht am Klinikeingang endete. Die Schnittstelle zwischen präklinischer und klinischer Versorgung wurde bis in die aufnehmenden Bereiche durchgängig beübt.

„Für die Asklepios Klinik Am Kurpark war es wichtig, die Schnittstelle zwischen unserem internen Notfallplan und den Rettungsdienstlichen Strukturen zu proben. Das erschwerende „Blackout Szenario“ gab uns die Möglichkeit, die Vorbereitungen der letzten Jahre auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen“,
sagt Dr. Ingo Meßer, ärztlicher Direktor der Asklepios Klinik Bad Schwartau.

„Für die Feuerwehr ist es wichtig die Zusammenarbeit mit anderen Hilforganisationen und der Klinikleitung zu üben. Ein solch umfangreiches Einsatzszenario gehört nicht zum Einsatzalltag und bring einige Besonderheiten für die Einsatzleitung der Feuerwehr mit sich. Ein weiterer Schwerpunkt liegt für die Einsatzkräfte darauf, die Ortskenntnis in dem anspruchsvollen Objekt zu verbessern. Hiervon wird die Feuerwehr in Zukunft profitieren.“,
sagt Gemeindewehrführer Jens Grahlmann, Freiwillige Feuerwehr Bad Schwartau.

„Wir freuen uns über die Möglichkeit gemeinsam mit der Feuerwehr, der Polizei, der Klinik und weiteren Akteuren dieses Schadenszenario zu beüben. Die komplexe Einsatzsituation ist für den Rettungsdienst herausfordernd und kann durch den regulär vorgehaltenen Rettungsdienst nicht bewältigt werden. Daher kommen erweiterte Einheiten zum Einsatz, die überwiegend aus ehrenamtlichen Einsatzkräften der Hilfsorganisationen Johanniter-Unfall-Hilfe und Deutsches Rotes Kreuz gestellt werden“,
sagt Chris Mohrhagen, Teamleitung Erweiterter Rettungsdienst bei der rdh.

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Interne und externe Vertreter der Klinik-Einsatzleitung bzw. Gesamteinsatzleitung im Austausch. Bild: © Flashlight / studio85 / Universität zu Lübeck

Vorbereitet wurde die Übung durch drei Szenariotrainings, in denen Führungskräfte aller beteiligten Organisationen im September in Planspielen am Tisch gemeinsam Lagen einer ähnlichen Größe und Komplexität (Großunfall auf der A1, Klinikszenario, Amoklauf an einer Schule) durchgesprochen haben.

„Das etablierte Szenariotraining im Vorfeld und die gemeinsame Vorbereitung haben allen Organisationen bereits vor dem Übungstag einen deutlich spürbaren Nutzen gebracht. In der Übung kann nun angewendet werden, was an der Platte und in den Vorbesprechungen gemeinsam überlegt wurde und zwar in einem Rahmen, in dem niemand bloßgestellt wird. Genau das stärkt die Resilienz unserer Strukturen, und über dieses EU-Projekt können wir dabei auch weiterhin viel von unseren dänischen Partnern lernen.“, sagt PD Dr. med. Klaas F. Franzen, Universität zu Lübeck, Projektleitung FLASHLIGHT.

Die Landtagsabgeordnete und Sprecherin für Feuerwehr und Katastrophenschutz Wiebke Zweig unterstrich mit der Anwesenheit und nachfolgendem Statement die Relevanz von Interprofessionalität und Übung. „Ein leistungsfähiger Bevölkerungsschutz beginnt vor Ort und braucht starke Strukturen im Land. Solche realitätsnahen Übungen wie in Bad Schwartau sind wichtig. Sie bringen Rettungsdienst, Feuerwehr, Polizei und weitere Akteure zusammen und sorgen dafür, dass Schleswig-Holstein auch in außergewöhnlichen Lagen handlungsfähig bleibt.“, so Wiebke Zweig.

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Verletztenablage/Verletztensammelpunkt. Bild: © Flashlight / studio85 / Universität zu Lübeck

Mit ihrer Anwesenheit wertete die Ministerin für Justiz und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein, Prof. Dr. Kerstin von der Decken, die Übung zusätzlich auf. Sie zeigte sich tief beeindruckt vom Zusammenwirken aller Beteiligten und von der Professionalität, mit der die Übung durchgeführt wurde. Den Einsatzkräften dankte sie ganz herzlich dafür, dass sie sich für eine Situation vorbereiten, von der alle hoffen, dass sie niemals eintreten möge.

Alle beteiligten Seiten bewerteten die Übung als wichtig und inhaltlich sehr lehrreich. Sowohl für das Krankenhaus als auch für die beteiligten BOS-Einheiten ergaben sich wichtige Erkenntnisse, insbesondere zum Zusammenwirken der internen und der externen Komponente der Klinikeinsatzleitung. Die Auswertung erfolgt strukturiert durch eine Beobachtungsgruppe, in die dänische Kolleginnen und Kollegen aus Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei eingebunden sind. Grundlage sind die im Projekt FLASHLIGHT gemeinsam mit den dänischen Partnern abgestimmten Beobachtungsbögen. Die Ergebnisse fließen in die weitere grenzüberschreitende Übungs- und Ausbildungsarbeit der Fehmarnbelt-Region ein. Ein gemeinsames Auswertungstreffen ist in 3 Wochen nach der Übung vorgesehen.

Hintergrund – Projekt FLASHLIGHT

FLASHLIGHT ist ein deutsch-dänisches Interreg 6A-Projekt (2025–2028) zur Verbesserung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Bevölkerungsschutz der Fehmarnbelt-Region. Ziel ist die Entwicklung gemeinsamer Trainings- und Kommunikationsformate für Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und Katastrophenschutz. Dazu gehören VR-gestützte Übungsumgebungen, Eye-Tracking-Feedbacksysteme, interkulturelle und sprachliche Trainingsmodule sowie gemeinsame Planspiel- und Großübungen. FLASHLIGHT wird aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Programm Interreg Deutschland–Danmark 2021–2027 gefördert.

Quelle: Pressemeldung Universität zu Lübeck

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