Großangelegte Übung an der Tiroler Ache: 140 Einsatzkräfte von Technischem Hilfswerk, Transalpinen Ölleitung und Polizei trainieren gemeinsam den Schutz des Chiemsees
Rosenheim, BY. Rund 140 Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerk, Transalpine Ölleitung und Polizei beübten an einer zweitägigen Großübung am Chiemsee den Ernstfall. Szenario war ein Unfall an der Transalpinen Ölleitung wodurch Öl in Tiroler Ache gelangt und die Tier- und Pflanzenwelt des Chiemsees bedroht.
Angenommen wurde ein Ölunfall im Bereich der Tiroler Ache. Diese mündet bei der Hirschauer Bucht in den Chiemsee und kann im Schadensfall eine direkte Verbindung zwischen einem möglichen Schadstoffaustritt und dem See darstellen. An zwei Einsatzstellen – im Bereich Lachsgang und an der Hirschauer Bucht – galt es deshalb, eine Ausbreitung des angenommenen Öls zu verhindern und die technischen Maßnahmen zur Eindämmung und Aufnahme des Schadstoffs aufzubauen.

Strahlendes Wetter und angenehme Temperaturen sorgten für optimale Bedingungen für die gestellten Aufgaben. Bild: THW OV Rosenheim
Unterstützt wurde das THW Rosenheim dabei von sieben weiteren Ortsverbänden aus den umliegenden Landkreisen.

Auslegen der Ölsperre nach Berücksichtigung von Strömung und Weitenbestimmung. Bild: THW OV Rosenheim
Im Mittelpunkt stand der schnelle Aufbau einer rund 500 Meter langen Ölsperre. Innerhalb kürzester Zeit wurde die Sperre auf dem Wasser ausgebracht, um eine weitere Ausbreitung des angenommenen Ölfilms zu verhindern. Zusätzlich kamen zwei Absaugpontons zum Einsatz. Sie ermöglichen es, das auf der Wasseroberfläche gesammelte Öl gezielt aufzunehmen.

Bild: THW OV Rosenheim

Bild: THW OV Rosenheim

Bild: THW OV Rosenheim

Bild: THW OV Rosenheim

Auch bei Regen, Sturm, Nebel oder wie hier Nachts müssen alle Handgriffe sicher sitzen. Bild: THW OV Rosenheim
Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Übungskonzepts ist die Trennung von Öl und Wasser. Dafür stehen spezielle Anlagen zur Verfügung. Das aufgenommene Gemisch kann damit direkt vor Ort separiert werden.
Der Schutz des Chiemsees vor einer möglichen Ölverschmutzung hat dabei eine besondere Bedeutung. Bereits beim Bau der Transalpinen Ölleitung wurde dem Schutz des Sees Rechnung getragen. Die rund 465 Kilometer lange Pipeline führt vom Hafen im italienischen Triest über Österreich bis nach Ingolstadt. Sie gilt als eine der leistungsfähigsten Erdölleitungen Europas.
Die Pipeline kreuzt im Bereich Tirol die Reither Ache beziehungsweise Kitzbüheler Ache. Diese fließt im weiteren Verlauf als Tiroler Ache in Richtung Chiemsee. Als die Leitung 1967 in Betrieb genommen wurde, errichtete die Betreiberfirma Deutsche Transalpine Ölleitung zum Schutz des Chiemsees eine Ölsperre im Bereich des Achendeltas. Die dafür erforderlichen technischen Anlagen wurden westlich des Deltas in dem dortigen Naturschutzgebiet errichtet.
Zusammenspiel aller Beteiligten wichtig
Bei der aktuellen Übung ging es deshalb nicht nur um den Aufbau technischer Einrichtungen. Ebenso wichtig war das Zusammenspiel der verschiedenen Beteiligten. Im Ernstfall müssen Einsatzkräfte, Betreiber der Pipeline und weitere Behörden und Organisationen schnell und koordiniert handeln.
Nach zwei intensiven Übungstagen zog der Rosenheimer Ortsbeauftragte, Markus Otto, ein positives Fazit. Besonders zufrieden zeigte er sich mit dem Ergebnis und vor allem mit der guten Zusammenarbeit der beteiligten Kräfte. Die Übung habe gezeigt, wie wichtig es sei, die Abläufe gemeinsam zu trainieren und die jeweiligen Aufgaben und Ansprechpartner zu kennen.
Bericht: Peter Huber, THW OV Rosenheim













