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Die Berliner Feuerwehr nimmt als bundesweiter Vorreiter eine komplett digitalisierte Einsatzflotte in Betrieb

Als erste Feuerwehr in ganz Deutschland habe die Berliner Feuerwehr die Digitalisierung ihres kompletten Fuhrparks erfolgreich abgeschlossen. Ein entscheidender Meilenstein wurde im April 2026 erreicht: Jedes einzelne Einsatzfahrzeug verfüge, wie die Feuerwehr Berlin mitteilt, nun über moderne Telematik-Technologie und sei voll in ein digitales System zur Flottensteuerung integriert.

ZF Rescue Connect - Standortabfrage von Fahrzeugen und Booten.

Neben den aktuellen Standorten können viele Informationen mit den verschiedenen Anwendungen von Rescue Connect abgerufen werden. Bild: Feuerwehr Berlin

Mit einer Flotte von etwa 1.100 Fahrzeugen, die sich auf über 100 Standorte verteilen, unterhält die Berliner Feuerwehr einen der landesweit größten kommunalen Fuhrparks – im Dauereinsatz an 365 Tagen im Jahr. Um die damit verbundenen komplexen Prozesse transparenter, effizienter und krisenfester zu koordinieren, wurde im Jahr 2022 der Startschuss für das digitale Flottenmanagement gegeben. Stand anfangs noch die Echtzeit-Ortung der Fahrzeuge im Fokus, zeigte sich im Projektverlauf schnell das weitaus größere Potenzial der Technologie. Bei jährlich mehr als 500.000 Einsätzen und mehreren Millionen von Einzelfahrten liefert die Flotte ein präzises Abbild des täglichen Geschehens.

Bis zu 1,5 Millionen Datenpunkte pro Minute

Moderne Einsatzfahrzeuge generieren im Fahrbetrieb riesige Datenmengen. Für die gesamte Flotte laufen mittlerweile pro Minute rund 1 bis 1,5 Millionen Datenpunkte ein. Diese Informationen werden ab sofort automatisch registriert, verarbeitet und für detaillierte Auswertungen herangezogen. Statt auf bloßen Schätzungen und Annahmen kann die Berliner Feuerwehr nun auf fundierte Echtzeitdaten aufbauen – ein Quantensprung für strategische, operative und taktische Weichenstellungen.

Das Herzstück dieser neuen Infrastruktur bildet die sogenannte Telematic-Gateway-Unit, ein Gerät welches die Fahrzeugdaten erfasst und weiterleitet. Zweieinhalb Jahre nach den ersten Installationen konnte die lückenlose Ausrüstung aller Fahrzeuge im Mai 2026 im laufenden Betrieb finalisiert werden.

Das System vernetzt herstellerunabhängig in Echtzeit Fahrzeuge, Equipment, Einsatzkräfte und Leitstellen. Die Informationen werden zentral zur Verfügung gestellt. Zu den Funktionen zählen unter anderem Fahrzeug- und Statusmanagement, Einsatzdokumentation, Ressourcenübersicht sowie Schnittstellen zu bestehenden Leitstellen- und IT-Systemen.

Strenge Vorgaben für IT-Sicherheit und Datenschutz

Besonderes Augenmerk lag auf den strengen Vorgaben für IT-Sicherheit und Datenschutz, die vollumfänglich erfüllt wurden. Das Vorhaben zähle zu den ersten großen Cloud-Projekten der Berliner Feuerwehr. Da es sich um eine kritische Infrastruktur handelt, seien maximale Cybersecurity-Standards Pflicht, um den verlässlichen Schutz und die Verfügbarkeit der Systeme dauerhaft zu garantieren.

Als nächstes stehe die tiefe Verknüpfung der generierten Daten mit nachgelagerten Systemen und spezifischen Fachanwendungen an. Künftig sollen die Erkenntnisse unter anderem in den Bereichen Beschaffung, Alarmierung, Wartung, Fuhrparkverwaltung sowie in der Forschung, Entwicklung und direkt im Einsatzdienst verwertet werden.

Wichtige Vorreiterrolle der Berliner Feuerwehr

Mit diesem Projekt übernimmt die Berliner Feuerwehr eine wichtige Vorreiterrolle. Sie beweist, dass zeitgemäße Telematiksysteme im Feuerwehrwesen nicht nur machbar sind, sondern einen echten Benefit bieten – und hilft so dabei, bestehende Skepsis in der Branche zu entkräften. Die Berliner Feuerwehr wird dieses wegweisende Projekt als eines ihrer zentralen Zukunftsthemen auf der Interschutz, der Weltleitmesse für Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz, vorstellen.

Ein besonderer Dank der Berliner Feuerwehr gilt allen beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den externen Partnern, die diesen Erfolg durch ihren Einsatz ermöglicht haben.

Umsetzung durch ZF Rescue erfolgt

Die Realisierung des Projektes sei, wie das Unternehmen ZF parallel mitteilt, mit der digitalen Lösung ZF Rescue für Einsatzkräfte- und Flottenmanagement erfolgt. Mit ZF Rescue Connect setzt die Berliner Feuerwehr nunmehr seit 2023 auf eine zentrale Plattform, die Einsatzkräfte, Fahrzeuge und Leitstellen intelligent miteinander vernetzt. Teil der umfassenden Vernetzung sind ebenfalls die Boote der Berliner Feuerwehr welche mit ins Routing aufgenommen seien.

Ziel der Zusammenarbeit zwischen ZF und der Berliner Feuerwehr sei, von Beginn an die Plattform sicher und rasch ins Feld zu bringen und dabei gleichzeitig praxisnah weiterzuentwickeln. So installierten die ZF-Mitarbeitenden gemeinsam mit der Berliner Feuerwehr mehrere Hundert TAGs sowie mehr als 700 Konnektivitäts-Gateways und Telematikgeräte. Das System ZF Rescue Connect erfasst nun Daten aus Fahrwerk, Chassis als auch aus Sonderausrüstung und Fahrzeugaufbau.

Neuerungen, die das System biete, werden auf der kommenden Interschutz 2026 in Hannover durch Entwickler ZF vorgestellt.

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