Auf der Interschutz 2026 präsentiert Rosenbauer gemeinsam mit MAN eine erste vollelektrische Drehleiter unter 16 Tonnen.
Das Fahrzeug kann im durchschnittlichen Einsätzen mit einer Batterieladung im urbanen Bereich bis 8 km Anfahrt 10 Einsätze, bei Anfahrten von je 20 km bis zu vier Einsätze ableisten.
Mit weniger als 16 Tonnen Gesamtgewicht und einer Hinterachslast von unter 10 Tonnen unterschreitet das Fahrzeug erstmals die für Feuerwehraufstellflächen in Deutschland geltenden Gewichtsgrenzen und erfüllt die maßgeblichen Leistungsnormen DIN EN 14043 und E DIN 14701-2 für Drehleitern der Klasse 23/12. Die Technik kombiniert emissionsfreien Drehleiterbetrieb mit minimaler Geräuschentwicklung bei zugleich wendigem Verhalten auch in engeren Einsatzstellen. Bei einer Pressekonferenz im Vorfeld der Interschutz wurde das Fahrzeug erstmals vorgestellt, die Übergabe erfolgte im Rahmen der Messe an das Institut der Feuerwehr Nordrhein-Westfalen (IdF NRW).

Rosenbauer und MAN übergaben die weltweit erste Drehleiter auf E-Lkw unter 16 Tonnen auf der INTERSCHUTZ 2026 an das Institut der Feuerwehr Nordrhein-Westfalen (IdF NRW): v.l. Christian Höhns, Leiter Kommunal & Behördenverkauf MAN Truck & Bus Deutschland, Ronald Reisinger, Geschäftsführer Rosenbauer Deutschland, Andreas Zeller, Vertriebsvorstand Rosenbauer International AG, Dr. Hauke Speth, Ständiger Vertreter des Direktors und Abteilungsleiter B – Brandschutz und Hilfeleistung beim Institut der Feuerwehr Nordrhein Westfalen, Marcel Völkert, Fahrzeugbeschaffung beim Institut der Feuerwehr NRW. Bild: MAN Truck & Bus
„Das Fahrzeug eigne sich vor allem für Einsätze im urbanen Raum sowie für Anwendungen auf Flughäfen, in Werkfeuerwehren und im Schulungsbereich bis hin zum Einsatz in Innenräumen“, sagt Andreas Zeller, Vertriebsvorstand der Rosenbauer International AG.
Friedrich Baumann, Vorstand Sales & Customer Solutions bei MAN Truck & Bus: „Dank des modularen Batteriekonzeptes unserer Elektro-Lkw können wir alle Gewichtsanforderungen von 12 bis 50 Tonnen abdecken. Unser neuer MAN eTGM eignet sich perfekt für Aufbaulösungen bis 16 Tonnen und ist daher die ideale Kombination für dieses erste vollelektrische Drehleiterfahrzeug, das alle relevanten Feuerwehrnormen erfüllt. Wir sind sehr stolz, diesen großen Schritt bei der Elektrifizierung von Feuerwehrfahrzeugen zusammen mit Rosenbauer zu machen.“
„Wir bauen den Einsatz elektrischer Technologien in unserer Ausbildung konsequent aus, um über einen möglichst großen Erfahrungsschatz zu verfügen. Nach der Beschaffung eines elektrischen HLF von Rosenbauer steht uns, mit dieser elektrischen Drehleiter, ein weiteres batterieelektrisches Fahrzeug unterhalb von 16 Tonnen Gesamtgewicht für unseren Schulungsbetrieb zur Verfügung. Dies ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zum vollelektrischen Löschzug“, fügt Marcel Völkert vom Institut der Feuerwehr Nordrhein-Westfalen bei der Übergabe des Fahrzeuges hinzu.

Bild: MAN Truck & Bus
Die Details
Gewicht, Abmessungen und Normen
- Gesamtgewicht: Unter 16 Tonnen – unterschreitet damit erstmals die relevanten Gewichtsgrenzen für deutsche Feuerwehraufstellflächen in dieser Klasse.
- Hinterachslast: Unter 10 Tonnen.
- Normenkonformität: Erfüllt die maßgeblichen Leistungsnormen DIN EN 14043 und E DIN 14701-2 für Drehleitern der Klasse 23/12.
Fahrgestell und Antrieb (MAN eTGM)
- Motor: Elektromotor mit einer Nenn- bzw. Dauerleistung von 210 kW (285 PS).
- Getriebe: 2-Gang-Getriebe.
- Nebenabtrieb: Drehmomentstarker, mechanischer Nebenabtrieb (mPTO) für den rein elektrischen und leisen Leiterbetrieb.
- Fahrprogramm: Spezielles „Emergency“-Programm für optimierte Fahrdynamik und maximale Beschleunigung im Einsatzfall.
Energiespeicher und Ladeleistung
- Batteriesystem: 2 Lithium-Ionen-Batteriepakete mit einer Brutto-Kapazität von jeweils 89 kWh.
- Gesamtkapazität: 178 kWh.
- Ladeleistung: Aufladung über Gleichstrom-Ladestationen (DC) mit einer Schnellladekapazität von bis zu 250 kW.
Reichweite und Einsatzautonomie
- Urbaner Raum: Bis zu 10 Einsätze mit einer An- und Abfahrt von jeweils 8 km pro Einsatz (ohne Zwischenladen).
- Ländlicher Raum: Ca. 4 Einsätze bei längeren Anfahrtswegen von jeweils 20 km pro Einsatz (ohne Zwischenladen).
Drehleitertechnologie (Rosenbauer L32A-XS electric)
- XS-Prinzip: Extrem enger Aktionsradius des Leitersatzes; ermöglicht präzise Bewegungen auf engstem Raum, ein stufenloses Aufrichten des Rettungskorbs direkt entlang von Fassaden sowie das Drehen des Leitersatzes in schmalen Gassen.
- Korbarm: Neigbar zur flexiblen Positionierung (z.B. beim Anleitern an Fenstern oder beim Arbeiten über Hindernisse).
- Hydraulik und Abstützung: Hochleistungshydraulik für kurze Rüstzeiten; ausgestattet mit der Waagrecht-Senkrecht-Abstützung und einer integrierten 3D-Lastmessung zur maximalen Sicherheit.
Rettungskorb und Löschtechnik
- Nutzlast Korb: bis zu 500 kg (zulässig für maximal 5 Personen).
- Barrierefreiheit: Vollständig öffenbare Korbfront, die auch den sicheren Transport von Rollstuhlfahrern erlaubt.
- Patientenrettung: Korbtragenhalterung inklusive Korbtrage kann direkt auf dem Korbboden gelagert werden.
- Brandeinsatz: Integrierte Wasserführung im Leitersatz sowie aufsetzbarer Wasserwerfer am Korb.
Fahrzeugaufbau und Beleuchtung
- Geräteräume: Insgesamt 6 Geräteräume mit modernen Rollladenverschlüssen.
- Beleuchtung: Vollständige, energieeffiziente LED-Beleuchtung (von den Stützen über das Podium bis hin zum Rettungskorb).














