Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) waren vor fünf Jahren ab dem 14. Juli 2021 monatelang an Ahr und Erft im Einsatz. Zuvor hatten Starkregen „Bernd“ und seine Folgen dort ganze Landstriche verwüstet.
Bonn, 10.07.2026. Die Erfahrungen aus dem Großeinsatz flossen in Ausbildung und neue Ausstattung des THW ein. „Auch fünf Jahre nach der Katastrophe haben wir das große Leid und die Zerstörungen noch vor Augen. Ich bin sehr stolz darauf, was unsere ehrenamtlichen Kräfte an Ahr und Erft im größten Einsatz der THW-Geschichte geleistet haben“, erklärt THW-Präsidentin Sabine Lackner in heutiger Meldung.
Die ersten THW-Helferinnen und Helfer begannen bereits am 14. Juli 2021, nur wenige Stunden nachdem der Starkregen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen eingesetzt hatte, Menschen aus den Fluten zu retten und Wassermassen abzupumpen. Außerdem räumten sie Treibgut und Schutt von den Straßen und stützten Bauwerke ab.

Abstützung eines durch die Flut 2021 im Ahrtal zerstörten Hauses. THW/Yann Walsdorf
Im weiteren Verlauf des Einsatzes stellten die ehrenamtlichen Einsatzkräfte kurzfristig provisorische Infrastruktur bereit; darunter Strom, Trinkwasser und Behelfsbrücken. Um das breite Einsatzspektrum abzudecken, waren erstmals in der THW-Geschichte Spezialistinnen und Spezialisten aller Typen von Teileinheiten gleichzeitig im Einsatz.
Dank und Anerkennung für das Ehrenamt
In mehr als 2,7 Millionen Einsatzstunden haben insgesamt 17.000 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer aus allen damals noch 668 THW-Ortsverbänden bundesweit der Bevölkerung vor Ort geholfen. In der Spitze waren bis zu 4.000 Einsatzkräfte gleichzeitig aktiv. Einen Einsatz dieser Größe durchzuführen, war nur durch die enorme Leistung der ehrenamtlichen Einsatzkräfte möglich. Im Nachgang wurden sie dafür mit der Einsatzmedaille „Fluthilfe 2021“ ausgezeichnet. „Dank gilt auch den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern: Dass so viele THW-Einsatzkräfte über einen so langen Zeitraum im Einsatz sind, ist nur möglich, wenn sie dafür ihre berufliche Tätigkeit ruhen lassen können“, betont die THW-Präsidentin.
Zukunftsfähig durch Lehren aus dem Einsatz
Schon während des monatelangen Einsatzes begann dessen Auswertung – mit konkreten Ergebnissen: Die Einsatzbekleidung wurde weiterentwickelt, um die Einsatzkräfte bei Unwettereinsätzen besser zu schützen. Auch in der Ausbildung der ehrenamtlichen Einsatzkräfte wurden die Erfahrungen aus dem größten Einsatz der THW-Geschichte berücksichtigt. Außerdem beschaffte das THW zwölf neue, wendige Mobilkräne, die schwere Brückenbauteile und kurze Brücken im Gesamten anheben und positionieren können. In den Fuhrpark nahm das THW außerdem 66 neue geländegängige Unimogs mit Ladekran auf, die überflutete oder mit Treibgut und Schutt versperrte Wege passieren können.













