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Fahrzeughersteller Magirus richtet den nationalen und internationalen Vertrieb neu aus und plant den direkten Austausch mit seinen Kunden konsequent in den Mittelpunkt zu stellen.

Magirus als Ulmer Traditionshersteller von Feuerwehrfahrzeugen und Brandschutztechnik befindet sich in einem tiefgreifenden Transformationsprozess. Mit einer radikalen Neuausrichtung seiner nationalen und internationalen Vertriebsstrukturen stellt das Unternehmen die Weichen auf Wachstum. Unter dem Leitmotiv „Näher am Kunden, stärker im Markt“ setze Magirus laut heutiger Meldung künftig konsequent auf Direktvertrieb und unmittelbaren Austausch mit den Endanwendern.

2026 05 27 Magirus PR Global Sales Reorganisation Image Copyright Magirus

Magirus stellt seinen Vertrieb neu auf und stellt Kundennähe in den Vordergrund. Bild: Magirus

Radikaler Fokus auf Kundennähe und Direktvertrieb

Magirus baue demnach seine Vertriebsorganisation personell massiv aus und definiert Verantwortungsbereiche neu. Erklärtes Ziel sei es, den direkten und intensiven Dialog mit den Einsatzkräften vor Ort – von den Feuerwehren über den Katastrophenschutz und das THW bis hin zur Bundeswehr – zu suchen.

In Zeiten von Sammelbestellungen und standardisierten Fahrzeugen mit deutlichen Vorteilen in Preis und Lieferzeit möchte Magirus wohl den traditionellen, oft trägen Vertriebsweg überwinden. Durch den direkten Draht zu den Rettern sollen Markt- und Anwendungsbedürfnisse wesentlich früher erkannt werden. Nutzen für Endanwender können Verkürzungen von Entscheidungswegen und Lieferzeiten sein. Weiters landet Feedback von der Front ungefiltert bei Magirus. Innovationen könnten so schneller in praxisgerechte Fahrzeuge und Technologien übersetzt werden.

Harter Schnitt im Vertriebsnetz: Das Ende klassischer Händlerbeziehungen

Ein zentraler und brisanter Baustein der neuen Strategie mag die Neuordnung der bestehenden Händlerstrukturen sein. Magirus stellt in heutiger Meldung offen klar, dass diese Transformation in einigen Fällen dazu führe, dass langjährige Partnerschaften mit selbstständigen Zwischenhändlern nicht fortgeführt werden. Wo es sinnvoll erscheint, wird über zukunftsorientierte Nachfolgemodelle und neue Formen der Kooperation gesprochen, die über den klassischen Handel hinausgehen.

Fatmir Veselaj, CEO von Magirus.

Fatmir Veselaj, CEO von Magirus. Bild: Magirus

Mit der Neuausrichtung unseres Vertriebs schaffen wir die Grundlage für eine langfristige Stärkung unserer Kundenbeziehungen, richten unsere Organisation konsequent auf Nähe, Servicequalität und Marktintelligenz aus. So stellen wir sicher, dass Magirus auch künftig ein verlässlicher Partner für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben bleibt – einschließlich Feuerwehren, Katastrophenschutz, Technisches Hilfswerk (THW), Hilfsorganisationen und der Bundeswehr“, erklärt Fatmir Veselaj, CEO von Magirus zur Neuausrichtung.

Was heißen soll, das alte Vertriebsmodell hat ausgedient. Magirus trennt sich von Partnern, die nicht mehr zur neuen, agilen Ausrichtung passen.

Thorsten Marquardt, Head of Global Sales bei Magirus.

Thorsten Marquardt, Head of Global Sales bei Magirus. Bild: Magirus

„Wir sind dankbar für die Unterstützung, die wir durch unsere bisherigen Partner erfahren haben, und setzen zugleich auf neue Formen der Kooperation, die den nachhaltigen Erfolg und die bestmögliche Betreuung unserer Kunden sicherstellen“, fügt Thorsten Marquardt, Head of Global Sales bei Magirus, hinzu.

Durch das Ausschalten des Zwischenhandels sichert sich Magirus die volle Kontrolle über den Verkaufsprozess, die Servicequalität und vor allem die Preishoheit bei hart umkämpften öffentlichen Ausschreibungen. Zudem verbleibt die Vertriebsmarge, die vorher an externe Händler floss, nun komplett im eigenen Unternehmen – ein wichtiger Hebel zur Steigerung der Profitabilität nach den Restrukturierungen der letzten Jahre.

Offensive Internationalisierung und eigene Landesgesellschaften

Parallel zum Heimatmarkt Deutschland intensiviere Magirus nun seine globalen Aktivitäten. Unter der Leitung des international erfahrenen Vertriebsexperten Andreas Wenzel werde das weltweite Team ausgebaut, um Marktpotenziale systematischer auszuschöpfen. Statt sich auf fremde Importeure zu verlassen, treibt Magirus den Aufbau eigener Landesgesellschaften konsequent voran. Nach der Gründung von Magirus Schweiz im Jahr 2025 befindet sich aktuell eine eigene Gesellschaft in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) im Aufbau. Als nächste Schritte stehen Spanien und Polen auf der Agenda.

Mit eigenen Flaggschiffen vor Ort möchte das Unternehmen maximales Vertrauen in Boom-Regionen wie dem Nahen Osten oder wichtigen europäischen Märkten schaffen. Eigene Landesgesellschaften sollen dabei dem Kunden eine dauerhafte Ersatzteilverfügbarkeit und direkten Herstellerservice garantieren – was ein mögliches entscheidendes Argument für Behörden bei der Vergabe von Großaufträgen sein kann.

Signal an den Markt

Mit dieser Vertriebsoffensive sendet Magirus-CEO Fatmir Veselaj ein unmissverständliches Signal an die Konkurrenz und die öffentliche Hand: Magirus ist nach der Übernahme durch den Investor Mutares keineswegs auf dem Rückzug, sondern agiert aus einer Position der Stärke.

Die Botschaft an Städte, Gemeinden und staatliche Akteure lautet: „Wir verändern uns grundlegend, um für Sie schlanker, schneller und effizienter zu werden. Magirus investiert in die Zukunft und bleibt Ihr absolut verlässlicher und stabiler Partner für die öffentliche Sicherheit und kritische Infrastruktur – europa- und weltweit.“

Vera Stegmeier, Feuerwehr Fachjournal

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