Großeinsatz am Neubäuer See: 260 Rettungskräfte bekämpfen schwierigen Waldbrand in Neubau am See
BAYERN | Am Abend des 27. Mai 2026 kam es in der Nähe von Neubäu am See im Landkreis Cham, Bayern, zu einem folgenschweren Waldbrand. Das Feuer brach nach Berichten der Kreisbrandinspektion Cham in einem schwer zugänglichen Waldstück unweit des örtlichen Bahnhofs und des Neubäuer Sees aus. Dank des massiven Aufgebots an Einsatzkräften und einer hervorragenden, landkreisübergreifenden Zusammenarbeit konnte eine Katastrophe verhindert werden.
Dramatische Erstphase und schwierige Erkundung
Die Erstalarmierung der Retter erfolgte um 19:54 Uhr. Bereits aus der ersten Meldung ging hervor, dass es sich um ein größeres Brandereignis im Bereich des Bahnhofs handeln dürfte. Die Leitstelle Regensburg alarmierte die örtlichen Feuerwehren sowie die Führungsebene der Kreisbrandinspektion, darunter Kreisbrandrat Michael Stahl, Kreisbrandinspektor Mario Bierl und weitere Führungskräfte.
Vor Ort sahen sich die ersten Einsatzkräfte mit extrem schwierigen Bedingungen konfrontiert. Bis zu zwei Meter hohe Flammen und eine massive, dichte Rauchentwicklung versperrten die Sicht und erschwerten es zunächst erheblich, das genaue Ausmaß des Feuers im dichten Unterholz zu bestimmen.


Drohneneinsatz bringt den entscheidenden Überblick
Den Durchbruch für die Koordination des Löschangriffs brachte die hochmoderne Drohnen-Einheit der Freiwilligen Feuerwehr Roding. Erst durch die thermischen und optischen Luftbilder der Drohne konnte sich die Einsatzleitung ein klares Bild des Schadensgebietes verschaffen. Dabei wurde sichtbar, dass das Feuer bereits eine Fläche von rund 100 x 100 Metern (ca. 1 Hektar) erfasst hatte und durch auffrischenden Wind zusätzlich angefacht wurde.


Massiver Kräfteansatz am Boden und aus der Luft
Unter der Unterstützung der Mannschaft aus Loibling-Katzbach wurde eine umfassende Brandbekämpfung eingeleitet. Da in dem betroffenen Waldgebiet keine reguläre Löschwasserversorgung existierte, wurde ein Pendelverkehr mit wasserführenden Fahrzeugen aus dem gesamten Landkreis Cham eingerichtet. Parallel dazu verlegten die Einsatzkräfte über weite Strecken Schlauchleitungen direkt vom Neubäuer See an die Brandfront.
Auch die Solidarität in der Region war groß: Lokale Landwirte eilten mit großvolumigen Güllefässern zur Hilfe, um die Tanklöschfahrzeuge kontinuierlich mit Wasser zu speisen. Um den Brand auch in den schwer erreichbaren Baumkronen einzudämmen, wurde ein Polizeihubschrauber angefordert. Die Flughelfergruppe des Landkreises Cham übernahm die präzise Einweisung und Koordination der gezielten Löschwasserabwürfe aus der Luft.


Hand in Hand bis in die Nacht
Insgesamt kämpften rund 260 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Bayerischem Roten Kreuz (BRK), Bergwacht, Polizei und der Forstverwaltung Hand in Hand. Auch Landrat Christian Schindler eilte zur Einsatzstelle, um sich ein Bild der Lage zu machen und die Einsatzleitung aktiv zu unterstützen. Durch das schnelle, koordinierte Zusammenwirken aller Einheiten – einschließlich zweier Wehren aus dem benachbarten Landkreis Schwandorf – konnte das Feuer schließlich unter Kontrolle gebracht werden.

Quellenangabe alle Bilder: Kreisbrandinspektion Cham















