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Eine Stoffreaktion mit Hauptbestandteil Butylacrylat unter Bildung von Dämpfen sowie thermischer Energie löst einen Großeinsatz der Feuerwehren in Norderstedt aus.

Norderstedt, Schleswig-Holstein. Bei einem Versuch im Labor eines Unternehmens im Gewerbegebiet Nettelkrögen war es am 15.04.26 zu einer Gefahrstoffreaktion gekommen. Menschenleben waren nach Meldung der Feuerwehr zu keinem Zeitpunkt in Gefahr. Die Feuerwehr Norderstedt war mit einem Großaufgebot im Einsatz.

Die Leitstelle alarmierte zunächst die Berufsfeuerwehr Norderstedt sowie die Freiwillige Feuerwehr Garstedt. Gerufen wurde mit dem Einsatzstichwort „FEU BMA (Brandmeldeanlage)”.

Gefahrstoffreaktion in Labor

Dekontamination bei Großeinsatz nach Gefahrstoffreaktion in Labor. Bild: Feuerwehr Norderstedt.

Weitere Informationen ließen kurz nach dem Ausrücken die Lageinformationen verdichten. Bei einem Versuch im Labor des Unternehmens war es zu einer chemischen Reaktion gekommen. Da die Stoffe sowohl explosiv als auch hochentzündlich waren, wurde durch die Einsatzleitung auf „TH G X” – Technische Hilfeleistung mit Erweiterung Gefahrstoffe, größerer Standard erhöht. Weitere Kräfte wurden daraufhin nachalarmiert.

So waren im weiteren Einsatzverlauf neben der Berufsfeuerwehr Norderstedt, der Freiwilligen Feuerwehr Garstedt auch die Freiwilligen Feuerwehren (FF) Friedrichsgabe, Glashütte sowie die Logistikeinheit der FF Harksheide im Einsatz.

Vor Ort bestätigte sich den Einsatzkräften die gemeldete Lage. Im dritten Obergeschoss eines Gebäudeteils kam es während eines Laborversuchs zu einer chemischen Reaktion eines Stoffgemisches, dessen Hauptbestandteil Butylacrylat war. Dabei entwickelte sich eine anhaltende Reaktion unter Bildung von Dämpfen sowie thermischer Energie. Das betroffene Gebäude war bereits vor Eintreffen der Feuerwehr vollständig geräumt.

Die Feuerwehr leitete umgehend umfangreiche Erkundungs- und Sicherungsmaßnahmen ein. Unter Einsatz spezieller Messtechnik sowie unter Atemschutz wurde der betroffene Bereich untersucht. In enger Abstimmung mit Fachpersonal des Unternehmens erfolgte parallel die Planung zur Vorgehensweise einer sicheren Bergung der reagierenden Stoffe.

Erforderliche Dekontaminierung dreier Einsatzkräfte

Insgesamt vier Behältnisse mit dem reagierenden Stoffgemisch wurden im weiteren Einsatzverlauf durch Einsatzkräfte mit spezieller Ausrüstung unter erhöhten Schutzmaßnahmen geborgen und in geeignete Sicherheitsbehälter verbracht. Anschließend wurde durch den Betreiber eine chemische Neutralisation eingeleitet.
Drei Einsatzkräfte kamen im Rahmen der Maßnahmen mit dem Stoff in Kontakt und wurden vorsorglich dekontaminiert sowie rettungsdienstlich untersucht. Eine Behandlung in einem Krankenhaus war nicht erforderlich.

Nach Abschluss der Bergungsarbeiten wurden die betroffenen Bereiche umfangreich belüftet und messtechnisch kontrolliert. Da keine gefährlichen Konzentrationen mehr festgestellt werden konnten wurde die Einsatzstelle im Anschluss an den Betreiber des Labors übergeben. Nach rund drei Stunden konnte der Einsatz erfolgreich beendet werden.

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